Sonntag, 16. Dezember 2007

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Verlängerung

Letztes Wochenende bin ich ziemlich in Schwanken gekommen ob die Entscheidung, noch dieses Jahr zurück nach Deutschland zu fliegen, wirklich die beste Idee war. Waren doch die letzten Tage vor allem in Karamea und in der Golden Bay unerwartet und einfach zu gut. Und letztendlich habe ich meinen Neuseeland-Trip in die Verlängerung geschickt und bin erst am 5. Februar wieder in Deutschland. Jetzt wo meine Reiseroute fast vollständig abgehakt ist, genieße ich die Ruhe ohne "to do"-Plan. Und hier wachsen gerade in meinem Kopf die neuen Ideen fürs nächste Jahr und ebenso die Energie, die ich dafür brauche. Ich denke es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Es sind ja auch nicht mal mehr 8 Wochen und diese ersten zwei Wochen ohne Reiseplan machen für mich hier schon ein riesigen und wirklich positiven Unterschied - so viel ist bereits sicher.

Montag, 10. Dezember 2007

Westcoast / Golden Bay



Am Mittwoch ging es endlich weiter. Wenn ich den Flug nicht verpassen möchte musste ich mich etwas beeilen. Erster Zwischenstop bei den Gletschern. Man konnte die Touristenbusse einfach nicht übersehen und auch der Flugbetrieb war unglaublich. Dort ein Flugzeug, da ein Hubschrauber - ein Krach, der mir jegliche der eh nur lauen Begeisterung für die Gletscher nahm. Man muss dort wieder eine Guided-Tour buchen und wieder irgendwas weit über 100 Dollar ablegen. Ich hatte schöne kostenlose Tage an den Keplerbergen und genug Touridollar in Queenstown gelassen. Dazu sah es so aus, als ob die einzige Wolke Neuseelands sich um die Gletscher rankte. Ich musste kurz auftanken und hab 25 cent pro Liter mehr als in Queenstown bezahlt. Schon war ich in Hokitika. Abends noch den Sonnenuntergang angeguckt, am nächsten Morgen ein paar Runden durch die Stadt gedreht und schon war ich in Punakaiki. Nichts außer Pancake Rocks und einem Parkplatz. Das Hostel war über mehrere Hütten im Regenwaldbusch verteilt. Ich wohnte im Wekahäuschen. Als am nächsten Morgen die malaysische Reisgruppe, mit der ich den Schlafraum teilte, weiterzog, beschloss ich einen Tag hier zu bleiben. Einen Tag meine eigene Hütte mitten im Busch. Der nächste Supermarkt war 48 km entfernt, so dass der Morgen locker fürs einkaufen drauf ging. Nachmittags kochen, Wäsche waschen abends Sonnenuntergang überm Meer angucken, unterhalten und Leute (Israelis und Amerikaner) kennen lernen. Sehr entspannt. Dann weiter nach Karamea. Dort gab es Riesenschnecken und einen Backpacker, der dazu noch die regionale Radiostation betreibt. Vielleicht ein Ort zum Musik machen? Ich erreichte Karamea schneller als gedacht und ich wurde mit den Worten begrüßt: falls du musik machen möchtest, im Hof ist das Radiostudio - feel free. Juhu. Auf gings. Ich habe meinen ganzen Kram ausgeladen und dann 9! Stunden Musik ineinander gemixt. Auflegen möchte ich das lieber nicht nennen. Aber das war mal echt wieder nötig. Am nächsten Tag nochmal ein paar Stunden und dann gings am vergangenen Montag weiter nach Golden Bay. Hier die Bildergalerie:

Radiostation
Blick ausm Bett
Yuko und Nobu
Steven @ Whawariki Rock
Suzanne & Helen @ Whawariki Beach
Dan, Emilie & Steven
Yoga Hall
Dinner (Muscheln selbst am Strand gesammelt)

Queenstown

Draußen regnet es, der Hotspot fürs Wlan ist grade nicht erreichbar und so ist endlich mal wieder Zeit zum Nachtragen. Queenstown - bekannt für Wintersport, den Bungy Pionier A.J. Hackett und einem Hauch von Nachtleben, in dem sich vor allem Adrenalin geschwängerte Engländer voll laufen lassen. Mein Plan war, nur ein Wochenende in diesem Partyparadies der Südinsel zu verweilen und dann weiter die Westküste entlang zu fahren. Nach all der Natur und Ruhe stand mir der Sinn nach Krach und Nightlife! Der Ort ist ein Bergdorf mit vielleicht 8000 Einwohnern. In den letzten 7 Jahren hat sich hier ein gewaltiger Bauboom ereignet und nun ist der ganze Ort voll mit Motels, Hotels, Ferienwohnungen und alles ist auf Tourismus eingestellt. Hier wird richtig Geld verdient und dem Tourist mit allen Mitteln versucht das Geld aus der Tasche zu ziehen. Selbst Hobbyknabenchöre singen gar schrecklich falsch und betteln um Erlösung. Ich traf mich mit Gunnar am Samstag zum Club-Hopping. Das Niveau der Abendveranstaltungen befand sich überwiegend auf dem Niveau von Flowerpower und Enchilada-Partys. Es wird zeitig angefangen und die Meisten Läden sind Bars, in denen am Abend Stühle und Tische beiseite geräumt werden und sich dann am Abend besoffene Engländer zum Balztanz einfinden. Wenn dann die Jungs betrunken sind und endlich genug Mut haben, die Mädchen anzusprechen, kommt der Türsteher und geleitet sie zum Ausgang. No intoxicated persons allowed! Wie bitte?! Dann geht der Türsteher wie der Hahn im Hühnerstall zu irgendeiner Dorfschönheit und kuschelt und bald fliegt der Nächste. So ist es kaum verwunderlich, dass die Mädchenquote nach 2 Uhr auf geschätzte 85 Prozent anstieg und um 3 das Licht ausgeht. Wir wechselten ein letztes Mal. Das eher vornehme Restaurant irgendwo um die Ecke spielte jetzt elektronische Tanzmusik. Eigentlich gar nicht so schlecht.. Weil aber hier nur noch draußen geraucht werden darf, ist der Laden natürlich leer und alle stehen vor der Tür und quatschen. Ein Gähnen, 100 Dollar erfolgreich in Jägermeister, Vodka-Redbull und Bier umgesetzt und ab ins Bett. Am nächsten Morgen wollte ich nun zum Bungysprung ansetzten und Gunnar wollte eventuell mitspringen. Jedoch war er am Morgen danach krank. Ich fühlte mich auch ein bisschen verschnupft. Wir hatten uns wohl bei Stefan angesteckt, der aufm Kepler Track richtig gut durchgeschwitzt ins Schmelzwasser springen musste und danach erkältet war. Und Vodka-redbull war wohl keine Medizin - wir hätten wohl bei Jägermeister bleiben sollen. Am Nachmittag machte ich wenigstens eine Spazierfahrt zur weltweit ersten und somit ältesten Bungystation - jener Brücke von der alles begann. Ein Sprung kam aber nicht in Frage, weil grade der grüne und berüchtigte Bus von Kiwi-Experience wieder eine Ladung partyhungriger Engländer zum Bungyspringen abgeladen hatte. Außerdem konnte ich auch locker noch einen Tag warten und habe stattdessen den Pinguin-Blogeintrag verfasst. Den folgenden Tag verbrachte ich dann vollständig an der Bungystation. Der Sprung war Pflicht heute - leider war erst 4Uhr30 für uns ein Gummiseil frei und so sahen wir unzählige Busladungen schreiend, bibbernd und teilweise kreidebleich von der Brückespringen. Und wenn man möchte, kann man dort auch mit dem Kopf ins Wasser eintauchen. Weil mir die Höhe nicht gar so viel ausmacht, war das auch mein Ziel. Endlich war es Nachmittag und ich konnte mit meiner Gewichtskennzahl 66 auf der Hand zum Bungysprung gehen. Ich war nun doch etwas aufgeregt und dann saßen da vor mir 2 Däninnen die einfach nicht springen wollten. 3,2,1 - möööp, wieder nicht gesprungen. Okay, vielleicht erst ihre Freundin. Erster Versuch - nix. Zweiter, Dritter... endlich. Dann wieder die andere Susi - sie springt einfach nicht und ich saß da mit gefesselten Beinen. Wenn man eine Gewichtskennzahl über 70 hat, dann springt man von der anderen Absprungstelle. Er war natürlich schon längst unten und ich saß da "for ages", wie der Engländer sagt. Dann erklärte mir der Bungy-Typ wie man nun springen muss, um ins Wasser einzutauchen - einfach fallen lassen. Wir hatten während der 4 Stunden Bungystudium jedoch festgestellt, dass dies echt scheiße aussieht. Burst raus und Arme zur Seite machen einen weitaus besseren Eindruck. Endlich gab die Dänin mit Würgekrämpfen auf und ich sprang ein Mittelding mit dem Charme von einfach fallen lassen und dem Ergebnis, dass ich es nicht bis ins Wasser geschafft habe. Obwohl ich natürlich völlig begeistert wieder aus dem Schlauchboot geklettert bin, war ich mit meinem Sprung nur halb zufrieden... Wollte ich nicht eigentlich den größten Bungysprung Neuseelands wagen? Ich buchte noch am Abend und erhielt 20%-Rabatt. Dienstag Morgen um 10 ging der Bus zur Bungystation. Diese liegt etwas ab vom Schuss und ist umringt von Privatbesitz, so dass man diese nicht auf eigene Faust besuchen kann. Des Busfahrer Ryan sah aus wie man sich das vorstellt. Schön voll tätowiert, Piercings, Iro, unterkühlter Blick, gutes Herz aber leider Metallmucke. Ich ahnte sowas und hab mir extra den MP3-Player mitgenommen und schön Techno gehört. Von Heavy Metall fühle ich mich ja doch eher gelangweilt bis peinlich berührt, wenn diese ach so harten Burschen ihr Drama des Lebens aus sich heraus brüllheulen. Und Metall/Rock hilft nicht beim Springen, wie sich auch bei den dänischen Susis vom Vortag gezeigt hatte. Ein smarter funky Groove ist dagegen unschlagbar! Das sahen die auf der Station des 134 m Nevis-Bungys überraschender Weise genauso. Hier ging alles etwas zügiger und auch viel lustiger zu. Alle sprangen nacheinander - nur einer ist erst beim zweiten Versuch gesprungen. Schließlich war ich an der Reihe:

[hier sollte eigentlich das video hin. jetzt ist aber die verbindung abgebrochen. grrrrr!]

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Sprung noch gemacht habe. Das war ähem, echt geil! Gegen 13 Uhr waren wir zurück und endlich konnte es losgehen. Raus aus diesem Geldverbrennenden Bergdorf, auf zum Meer und zurück zum Regenwald. Doch halt, wo war mein Autoschlüssel? Ich hatte diesen doch tatsächlich im Bungybus verloren und durfte nun bis 18 Uhr warten, bis Ryan wieder zurück war. Stucked in Queenstown! Nichts zu tun außer Kaffeetrinken, überall Pauschaltouristen und ich wollte nur noch weg. Doppelt im Parkhaus bezahlt - klingkling, noch mehr Geld abgegeben. Es war teuer, aber der Nevis-Bungy wars wert und auch so musste Partyqueenstown einfach sein.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Slope Point



Milford Sound







Nachtrag: Kepler Track