Montag, 29. Oktober 2007

Nachtrag: Makana - Ankunft auf der Südinsel

Die Fahrt zur Südinsel gestaltete sich sehr entspannt. Ein bisschen zu entspannt, wie wir fanden. So blieb uns nichts anderes übrig als vom Vorderdeck, aufs Hinterdeck (wo es nach Viehtransport stank), auf Sonnendeck, zum Seitendeck und wieder nach vorn zu wandern - wenigstens gabs Bier. jost und Miriam sind in Wellington geblieben, so dass ich von nun an mit Nina alleine unterwegs war - so ganz untypisch für Backpacker, jeder mit eigenem Auto. Sie mit dem neuen Suzuki Jeep ihres Vaters und ich mit meinem Fiat. Als wir einmal wieder auf dem Hinterdeck waren ertönte das Alarmhorn und wir gingen nachsehen, was los sein könnte. Mir wurde dann doch etwas seltsam, als uns das gesamte Personal mit Rettungsweste entgegen kam. Ebenso schien das Schiff ganz schön Schieflage zu haben, welches sich bei unserer ankunft auf dem Vorderdeck auch als reale Schieflage darstellte (Das könnt ihr vielleicht auf dem Foto sehen - im Hintergrund ist übrigens schon Südinselland in Sicht). Aber uns wurde zum Glück gleich erklärt, dass dies nur durch den Wind passiert und keine verrutschte Ladung oder so ist. Nach 2 Stunden übers Meer gings dann noch eine Stunde durch einen Fjord. Naja, verkatert entspannte ich mit Aphex Twin - Selected Ambient Works als Soundtrack.. sehr passend.

Schließlich gings aus der Fähre und ich freute mich schon, jetzt gleich mein Weetamix Edit für Jule zu hören und ich war mittel schwer enttäuscht, als wir schon bei 28 Minuten an der Schokoladen Fabrik anhielten. Abends gabs Dinner "Lamm mit Brokolie und Kartoffeln" mit Carol, Brian und Nina in deren Haus. Cool. Eben noch in Napier, dann kurz in einem abgefuckten Hostel in Wellington abgestürzt und schon sitze ich auf der Südinsel bei eigentlich völlig fremden Leuten am Abendbrottisch. Das finde ich klasse! Am nächsten Morgen gings dann mit Nina zum Fjord namens irgendwas? sound. Im Reiseführer laß ich, dass es eigentlich sinnlos ist den Fjord mit dem Auto zu erkunden, aber es gab zu mindest einen tollen Ausblick auf diese schöne Bucht da unten. Ein Boot wäre schon toll gewesen, wie auch Nina fand. Abends gings dann mit ihrem Papa und dessen Frau zum Italiener essen und danach zum Feuerwerk. So wird hier auch der Tag gefeiert, an dem irgendjemand in London Dynamit im Bürgersteig verbuddelt hat und wohl das Parlament in die Luft sprengen wollte. Jemand wurde getötet und der Terrorist wurde gefasst. So feiern die einen, dass einer getötet wurde und die anderen das der Attentäter gefunden wurde. Ich denke das ist irgendwas nordirländisches, was günstigerweise mit Haloween zusammenfällt - aber so richtig verstanden hab ich das nicht. Weil hier aber so wenig Leute wohnen muss man für ein Feuerwerk Eintritt zahlen. Naja, Brian hats bezahlt. Ich hätte auch in der Schokoladenfabrik arbeiten können, jedoch sucht Brian jemanden für länger und da hätte ich ihn anlügen müssen - was ich ja nicht mache, wenn ich hier schon eingeladen werde. Abends waren wir dann noch auf Helikopter-Jagd. So waren kurz vor unserer Ankunft über 100 Hubschrauber im Einsatz, um die Weinreben mit Wasser einzusprühen, so dass die Frostschäden in der Nacht nicht so derbe ausfallen. In dieser Nacht sind wir aber einer Fehlinformation zum Opfer gefallen und es war kein einziger Hubschrauber weit und breit zu sehen.

Am nächsten Morgen traf mich der Schlag um Acht. Die letzten Tage hatte ich ja sowieso viel zu wenig geschlafen und in dieser Nacht war ja Vollmond und ich konnte echt beschissen einschlafen - nämlich gar nicht. Alle sind pünktlich ins bett gegangen und ich lag da alleine wach in der Gegend rum. So gerne hätte ich mich dann mal ans Internet gesetzt oder mal in good old Halle angerufen, aber die haben dort alles im Büro um die Ecke. Als ich endlich eingepennt bin, ging zugleich die Tür auf und Carol kam ins Zimmer gerannt. Ich fand die ganze Zeit, dass sie sich zu sehr um die Probleme anderer kümmert. Aber sie musste nun unbedingt mitteilen, dass es soooo beautiful draußen ist, coffee already und ob wir nicht nach Nelson fahren wollten?! Awesome!!! dachte ich. Das ist ja schlimmer als im 8 Bett-Dorm. Und wenn wir nach Nelson fahren ist es wirklich sinnlos für mich, dann gleich wieder zurück zu kommen. Nina wollte ja eh Morgen zurück zur Nordinsel und ich will hier bleiben, also sind wir gemeinsam, mit 2 Autos, nach Nelson aufgebrochen und Abends haben sich hier unsere Wege wieder getrennt.

Als erstes bin ich Hostel eingechekt und wir sind dann erstmal zum Stadtstrand in Nelson aufgebrochen. Erster Eindruck: überzeugend. Ich finde es zwar nicht wirklich warm genug, um hier ins Wasser zu springen, aber es waren da schon tatsächlich welche im Wasser. Danach erstmal Kaffee trinken und dann wollte Nina noch gerne die Golden Bay sehen. Um dort hinzukommen muss man über einen Pass vom Meeresspiegel bis auf 792 m hoch und dann wieder herunter. Ein ganz schön langer Trip für ne halbe Stunde aufs Meer gucken und dann noch 10 Minuten aufn Kaffee warten. Aber jetzt weiß ich wenigstens schon, wohin ich Morgen aufbreche. Bitte seid nicht gar so enttäuscht, falls das nächste Update wieder länger dauert. Der Ort liegt, wie gesagt hinter den sieben Bergen irgendwo bei Takaka. Danach gehts in den Abel Tasman Nationalpark Seekajak fahren, wenn das Wetter ok ist. Und dann gehts ran an die Arbeit. So long, da könnt ihr mich finden:

Sonntag, 28. Oktober 2007

Nachtrag: Wellington 25. / 26. Oktober

Also dieser Blog ist manchmal wirklich anstrengend. Nachdem ich mir nun hier in Nelson was zu Essen gemacht habe sitzt nun ständig dieser Hund vor mir und wirft mir vorwurfsvoll diesen Tennisball vor die Füße. Manno! Und nun kommen auch noch diese miesen kleinen Sandfliegen, so dass ich jetzt entgültig ins Haus flüchte. Moment. Sandfliegen stechen nämlich und das gemeine ist, dass es erst am nächsten Tag sehr juckt und das dann noch ein paar Tage dauert, bis es wieder aufhört..

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, auf nach Wellington. Ashley meinte vor meiner Abreise: Du wirst von Wellington ziemlich angepisst sein, wenn du da ankommst.
Denk dran hier ist Sommer, dort ist immer Sturm und blödes Wetter. Die Fahrt zog sich in die Länge und als wir endlich angekommen waren wurde es langsam dunkel. Nina und Jost haben Hostel ausgesucht, dass zu dieser VIP-Backpackers Kette gehört. VIP - ich lach mich schlapp! Es war ziemlich runtergekommen, die Zimmer waren winzig, es war dreckig und Internet sowie weitere Kommunikationsmöglichkeiten existierten nicht wirklich. Das Wetter war wie vorher gesagt scheiße und Ashley hatte voll recht. Nach diesen 9-Stunden-tag war ich erstmal richtig angepisst und wollte dort gleich wieder abhauen. Jedoch hatte mein favorisiertes Hostel keine Betten mehr frei, so dass ich schließlich doch eingecheckt bin. Miriam hat dann 5-Minuten Fertignudeln gekocht und ich öffnete mein erstes Bier. Das einzig wirklich Gute an diesem war der Pool-Billard Tisch. So begaben wir uns bald dahin um dort ein paar Runden Pool zu spielen und so lange weiter zu trinken bis jegliche Alkohlvorräte aufgebraucht waren. Die Mädchen haben gegen die Jungs gespielt. Dabei war unser Sieg keinesfalls sicher, ist doch Nina wirklich gut beim Pool. Aber Jost ist auch nicht schlecht und ich hatte schon zwei Tage vorher ein paar Runden mit Nina gespielt und kam langsam wieder in Form. An diesem Abend haben sich die Mädchen wirklich angestrengt, aber leider immer ganz knapp verloren.. Es war wirklich sehr lustig - aber das im Nachinein näher zu beschreiben, erscheint mir etwas sinnlos..


Am Morgen danach bin ich in meiner 6-Bett Kammer mit tierischen Kopfschmerzen erwacht und hab mir gleich mal den Kopf am Doppelstockbett gestoßen. Nina meinte, sie würde gleich weiter zur Südinsel fahren. Dort besitzt ihr Vater eine Schokoladenfabrik und es wären im Haus noch Betten frei. Mir war klar, ich wollte nicht länger in dieser Absteige bleiben. Mein Kontostand erstrahlt auch nicht mehr so in üppiger Pracht und bevor ich alles in Wellington ausgebe nehme ich doch lieber Free-Accomodation und die 200 NZ$ Fähre bevor das Geld alle ist. So habe ich also Wellington nur mit Kater vom Auto aus gesehen. Der Geldautomat war einfach zu finden und ich habe mich nicht ein einziges Mal verfahren.. Nur dieser eisige Wind! Hin und wieder habe ich unter Backpackern Horrormärchen über die Fährverbindung zwischen den beiden Inseln gehört - alles Käse! Es war super stressfrei und das Meer war auch sehr ruhig. So ging es gegen 14 Uhr mit Katerbier und Wellington im Rücken auf zur Südinsel.

Wie es weiter ging und auch endlich das Poetry-Video kommen dann morgen früh bzw. bei Euch heute Abend. So long..

Nachtrag: Cape Kidnappers - 25. Oktober

Miriam war zwischenzeitlich, wie die meisten anderen Deutschen, nach Hastings umgezogen, um dort Arbeit zu finden. Ich habe dagegen beschlossen, weiter nach Süden zu fahren. So plante ich am Donnerstag zuerst das Cape Kidnappers bei Napier zu besuchen und dann weiter nach Wellington zu fahren. Am Mittwochabend meldete sich Miriam bei Nina, einer Irin mit italienischer Mutter. Hastings fand sie wohl echt scheiße und fragte Nina, ob sie sie mit nach Wellington mitnehmen könnte. Um die Details mit Miriam genau auszukaspern gab mir Nina ihr Telefon - telefonieren in der Muttersprache ist doch um einiges günstiger. Ich erzählte ihr dann meinen Plan und so beschloss Miriam sich mir anzuschließen. Abends wollten wir dann Nina und Jost in Wellington wiedersehen. Okay. Um das Cape zu erreichen muss man sich wieder an Ebbe und Flut orientieren, so dass man auf dem Weg keine nassen Füße bekommt. Low Tide war an diesem Morgen gegen 11 Uhr. Ich lernte, dass der Weg dorthin ca. 2nhalb Stunden dauert.. das bedeutete mit dem Pickup von Miriam in Hastings, dass ich spätestens gegen 8 im Hostel aufbrechen musste. Abends zuvor habe ich noch lange mit Ashley, seiner Frau, Nina, Jost und den anderen im Hostel gesessen, meine neuen Boxen ausprobiert und als es Nachts draußen zu kalt wurde, uns gemeinsam über das blöde Fernsehprogramm in Neuseeland amüsiert. So gibt es doch auch in Deutschland diese Serien, wo sie die Eigenheime von Familien auf Vordermann bringen. Hier gibt es jetzt spät Abends, frisch aus England importiert, eine Version, die sich mit dem Sexualleben von Paaren beschäftigt - mit live Wärmebild- und Infrarotaufnahmen.. Was für ein Spaß!

Es war ein schöner Morgen. Ebenso sonnig wie die Tage zuvor, jedoch mit viel weniger Wind, der doch noch recht kühl ist. Pünktlich gegen 9 ging es zu Fuß auf die insgesamt 22 Kilometer Wanderung zum Cape, welches vorallem für seine große Tölpelkolonie bekannt ist. Seinen Namen bekam es übrigens von Captain Cook. Als dieser in die Gegend kam bemerkten zwei Maori-Händler die thaitianischen Dolmetscher an Bord und dachten, das diese gegen ihren Willen dort festgehalten werden. Sie entführten kurzer Hand einen von ihnen und ruderten davon. Der Junge floh zum Schiff zurück, doch Captain Cook kennzeichnete diesen Ort auf seiner Karte als Cape Kidnappers. Auf unseren Hinweg endeckte ich einige wirklich schöne Muscheln, so dass Miriam hin und wieder auf mich warten musste. Also das war wirklich ungewöhnlich: eine Frau die nicht gerne einkaufen geht, keinen Bock auf Blumen hat und Muscheln nicht toll findet - was ist denn das bitteschön? Nee, nee, nee. Bis auf uns war nur noch ein Ranger mit Jeep unterwegs und zwei weitere Wanderer. Sehr angenehm. Und bald entdeckten wir die ersten Vogelkolonien. Neben Möven waren noch andere. Ebenso groß, aber mit schwarzen Haupthaar - oder besser Hauptfedern.




Bald darauf entdeckten wir die ersten Tölpel. Wie ich eben festgestellt habe waren es australische Tölpel, die zur zweitseltensten Tölpelgattung zählen. Sie sehen aus wie Bass Tölpel sind aber anders - lest selbst. Und wie ich soeben festgestellt habe schlüpfen die Kücken in den nächsten paar Wochen. Ach schade. Es ging dann noch einen ziemlich harten Anstieg vom Meer hinauf zum Cape, aber es war wirklich klasse. So wuchsen die Tölpelkolonien dort oben immer weiter an und sie sind auch sehr lustig anzusehen wie sie starten. Der Kandidat im rechten Bild setzt, was ich nicht ahnte, gleich zum Start an. So Albatrosmäßig watscheln die dann unter höchster Anstrengung am Rand der Kolonie entlang und lassen sich dann am Ende einfach von der Erhöhung, auf der sie stets eine Kolonie einrichten, fallen. Ebenso lustig ist die Landung. Sie fliegen ja wirklich ganz großartig. Wollen sie aber landen dann erkennt man es daran, dass sie kurz über dem Boden auf einmal anfangen, schwer zu rudern, um sich schließlich einfach auf den Boden plumpsen zu lassen. Hehe. Soweit war das alles sehr schön, bis auf den üblen Gestank nach ollen Fisch und Vogelscheiße. Besonders Miriam fand das richtig eklig. Kann sie doch den Fischgestank, nach einer Woche Arbeit in der Fischfabrik gar nicht mehr ertragen. Sehr gerne hätte ich ein Video davon aufgenommen, aber als Naturfilmemacher bin ich eindeutig nicht mit der richtigen Kamera unterwegs. Auf dem Rückweg gab es noch tolle Sachen am Strand zu sehen. Neben merkwürdigen Steinbrocken bewunderte ich ebenso Korallenteile, Krebse, Seesterne und tote Fische. Hab alles fotografiert aber leider ist hier nicht so viel Platz. Nach 4nhalb Stunden waren wir wieder zurück und es lagen noch weitere 4nhalb Stunden Autofahrt nach Wellington vor uns...




Nachtrag: Eine Woche Napier

Es war wirklich sehr schön in Napier. Als ich am Freitag dort angekommen bin, wollte ich eigentlich nur 2 Tage dort bleiben. Jedoch hab ich nicht mit dem Labour Weekend gerechnet. So war am Freitag Hawks Bay Feiertag und Montag sowas wie in Deutschland der 1. Mai ist. Also konnte ich meine Steuernummer frühestens am Dienstag beantragen... Wie ich schon schrieb, waren aber die Abende lang und die Tage kurz. Ausserdem war da ja noch Ashley, ca. etwas über 40 Jahre alt und der neue Inhaber des Hostels. Er ist mit seiner Familie frisch aus England hierher umgezogen und hat den Laden erst vor ca. 16 Wochen gekauft. Immer sehr erfrischend waren seine Zitate im Orginalton. So gab es immer passend zur Situation neben Sir Isaac Newton, Shakespeare, Montey Python, Roadrunner auch diverse Klassikern der Filmgeschichte. War immer sehr lustig, auch wenn er für mich das Gedicht manchmal zweimal aufsagen musste, bis ich es geschnallt habe. Aber auch ich konnte mit diversen Spontan-Jokes glänzen. Mein absoluter Knaller war wohl dieser in großer Runde beim BBQ: Ich: Ashley, I would like to use the wasching mashine but it doesn't work.. Ashley: Just press the button on the socket. Ich: I would like that - und alles fällt lachend unter den Tisch. Deutsch kann schon kompliziert sein - mit Alltagsenglisch geht das noch schneller. Lesen und verstehen ist echt okay. Wenn ich aber meine tollen Gedanken mal schnell in Englisch ausdrücken will.. Lost in translation. Zum Glück gibt es noch Musik.

Nachdem ich am Dienstag meine Steuernummer beantragt habe, auf die ich nun noch 10 Tage warten darf, ist mein Telefon kaputt gegangen. So war ich hocherfreut als ich am Abend mein Akku laden wollte und das einfach nicht mehr ging. Bis auf die Supermärkte und Baumärkte schließt alles zwischen 16 und 17 Uhr. Also noch ein Tag in Napier, denn ohne Handy fühle ich mich doch etwas seltsam. Ashley baut im Moment noch viel im Hostel herum und brauchte manchmal noch schnell einen Presslufthammer oder einen Sack Zement. So war ich dann öfter mit ihm in Napier unterwegs und hatte das Ron Hardy Mixtape von 1984 im MP3 Player laufen. Ashley drehte sofort die Musik lauter - good music, war sein Kommentar, excellent :) war Ashley doch tatsächlich während der Achtziger auch DJ in England. Damals als Acid House aufkam, New Order - sie wissen schon. Ich habe dann noch für ca. 11 Euro ein paar Boxen erstanden, so dass jetzt ein Abend nie mehr ohne Musik sein muss. Meinen Akku fürs Telefon lade ich jetzt nun immer mit nem billigen Nokia, welches ich gebraucht gekauft habe und am Donnerstag wollte ich Napier verlassen. Wenn es nicht gar so ungünstig wird, dann werde ich aber definitiv auf dem Rückweg nochmal im Wallys Hostel anhalten...

Montag, 22. Oktober 2007

Was? Du bist wirklich schon 28?!

Alleine durch Neuseeland zu reisen war in den letzten Tagen doch ziemlich anstrengend. So bin ich nach meinem Geburtstag in Auckland ziemlich verkatert nach Cormomandel aufgebrochen und irgendwann endlich angekommen. Meine Kraft hielt wirklich nur noch fürs nächste Hostel und dort bin ich dann auch gleich ins Bett gefallen. Jedoch musste ich rasch feststellen, dass mich dort in einem 9-Bett-Gemeinschaftsraum befand. Außerdem war ich hoch erfreut, dass dieses ebenso in direkter Nachbarschaft zur großen Hostelküche lag. So ging auch bald die Tür auf, das Licht an, Rucksack rascheln setzte ein, Küchenklänge erschallten und ein Duft von Nudeln mit Tomatensoße umwarb meine Nase. 30 Minuten später gab ich es auf. Also kein Schlaf - na gut. Waschmaschine beladen und dann auf zum Supermarkt. Hier gibt es eigentlich in jedem Kaff einen Park'n'Save, Foodtown, Woolworths oder auch Countdown. Das sind relativ große Supermärkte die je nach Stadtgröße entweder bis 8, 22, 24 Uhr geöffnet haben oder niemals schließen. Cormomandel Town ist dagegen ein kleines Dorf in dem nur ein Konsum existiert. Das schöne ist jedoch, wenn man hier in Neuseeland den Ersten nach dem nächsten Supermarkt fragt, antwortet der in einem gar merkwürdigen Akzent - Deutscher! Die sind hier nämlich nach Maoris, Neuseeländern die drittstärkste Volksgruppe, wie ich jetzt endgültig feststellen durfte. So stand ich ne halbe Stunde auf der Straße und wurde noch mit neuen Reisetipps versorgt. Dann schnell ein paar Bier gekauft und zurück zum Hostel. Da kam mir dann ein Typ mit Snowboard, kleinen und großen Rucksack, Laptoptasche, Plastetüte und noch irgendwas entgegen. Es war Tim aus England, mein neuer Bettnachbar und auch Snowboardlehrer. Wir begannen nach kurzem Begrüßungssmalltalk schnell mit Bier trinken. Bald stellte sich heraus dass er ebenso Musiksoftware und selbst produzierte "Elektronika"-Tracks mit sich führt. COOL! Wir waren betrunken unterwegs in Coromandel Town. Dort gab es Ärger im Pub. So kauften wir schnell noch ein paar Take-A-Way-Bier und saßen dann in meinem Auto um uns gegenseitig Musik vorzuspielen. Es war fast so wie damals mit 18. So gabs nur wenig Schlaf aber viel zu erzählen. Ebenso mit den verrückten Japanern und auch ein bisschen Rückdeckung für meine english skills. Um 7 AM hat Tim den Bus nach Norden genommen, bye bye.. Ich bin weiter nach Süden gezogen, so war ich doch auf einem Weingut in Hastings zum Arbeiten verabredet.

Die anderen Tagen waren ähnlich. Von Coromandel bin ich über Taupo nach Hastings gefahren. Hier war grade Feiertag und kein Mensch unterwegs. Außerdem scheint Hastings ne olle Arbeiterstadt zu sein, so dass ich dort nur Miriam und Moritz mitgenommen hab und dann gleich weiter ins benachbarte Napier weiter gefahren bin. Napier ist eigentlich cool. Nachdem 1931 hier alles von einem Erdbeben zerstört wurde haben sie das gesamte Stadtzentrum im Art Deco-Stil wieder aufgebaut. Das Ergebnis ist echt überzeugend. Es ist alles schnell zu erreichen. Die Häuser sind jeweils individuell und sehen ein bisschen nach Spanien aus. Es ist hier außerdem die sonnenreichste Gegend Neuseelands. Wenn es nur einen schönen Sandstrand gäbe, dann wäre es hier perfekt. Miriam und Moritz sind frische Abiturienten aus Deutschland, die hier wie ganz viele mit so ner Agentur unterwegs sind. Keine Ahnung wie viele das insgesamt sind, die diese Agentur hier betreut. Jedoch kennt irgendjemand von denen immer jemanden im Hostel. So war ich, ehe ich mich versah, in einer größeren Gruppe von 19-21 Jährigen. Fragen mich die doch tatsächlich, ob ich mir nicht komisch vorkomme - so mit 28? Und an der Kasse muss ich manchmal meinen Ausweis zeigen, wenn ich Alkohol kaufe. Mit 28 steht man einfach drüber. Manchmal ist es auch sehr zum schmunzeln wenn die Kücken vom Dorf denken, sie haben schon sooo'n Plan :)

Es gab also kein Sightseeing in der vergangenen Woche. Nur abhängen, Leute treffen, lernen, quatschen, lachen und auch endlich mal Abends weggehen. Letzteres war jedoch ziemlich zwiespältig für mich: ach wie war der Sommer schön. Berlin ick vermisse dir. Und och Halle. Meine Plattenspieler. Meine lieben Schallplatten. Dich? Da war ja so wenig los. Oh je. Abhängen im Hostel oder am Steinstrand ist hier wohl echt ne bessere Idee. Ich hab auch viel gelernt. Zum Beispiel, dass man im Rucksack echt Ordnung halten muss - ich lerne. Dass man hier ebenso ne Steuernummer und ein Konto zum Arbeiten braucht. Ein Konto hab ich schon. Wenn ich die Steuernummer morgen bekomme, dann arbeite ich auf dem Weingut. Wenn das doch länger dauert, dann geht's schon mal weiter nach Wellington und es wird eben erst auf der Südinsel gearbeitet. Ebenso hab ich gelernt, wie man beim Fiat den Schlüssel ausm Zündschloss zieht, ohne das immer das Standlicht angeht und ich die Sicherung rausnehmen muss. Und nicht zuletzt, dass man hier auch nach Mitternacht mit spontanen Gedichtsvorträgen von kostümierten älteren Damen in der Hostelküche rechnen muss. So long...


Das Video vom Gedichtsvortrag folgt. Die Internetverbindung ist hier soo lahm.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Was während der vergangenen Tage geschah..

Höchste Zeit für einen neuen Blogeintrag.

Von Rotorua sind wir letzten Mittwoch in Richtung Waitomo aufgebrochen. So führte uns also der Weg wieder über den schon wohlbekannten Hiqhway 5 zurück nach Taupo. Steppo hatte ja noch seinen Bungee Sprung zu absolvieren. Es soll kaum eine schönere Location auf der Nordinsel dafür geben, als jene in Taupo. Also noch einmal hin, 3,2,1 Bungy und ab ging der Steppo :) Ich spare mir das Geld für Queenstown - wenn schon, denn schon. Danach ging's auch gleich weiter...

Seit letzter Woche hat das ausschließlich schöne Wetter Neuseeland verlassen. Nun ist es hier wie im April, nur viel wärmer als in Deutschland. Oft scheint eben noch die Sonne, schon regnet es wie verrückt und kurz danach wieder Sonnenschein, als wäre es nie anders gewesen. So geht das hier die ganze Zeit. Man weiß nie welches Wetter in einer Stunde sein wird. Und letzte Woche gab's dann tatsächlich mehr und mehr Regen. Das war uns aber fast egal. Waitomo ist bekannt für seine über 300 Höhlen und die Glühwürmchen darin. Das sind hier übrigens keine paarungsbereiten Flugkäfer wie die in Europa, sondern tatsächlich etwas ekelhaft aussehende Würmer mit einem leicht grünlich leuchtenden Ende. Die sollen auch relativ garstig sein und sich zur Not auch gegenseitig aufessen - Bon Appetit. Waitomos Höhlen sind perfekt touristisch erschlossen. In manchen Höhlen kann man mit dem Boot durch geschippert werden und dann in einem größeren Höhlenraum einen Haufen Glühwürmchen sehen, der dann wie ein Sternenhimmel unter der Erde aussieht. Das war für uns zu langweilig! Dann kann man auch ca. 200 Euro für eine Tagesexpedition mit 100-Meter Abseilübung ausgeben. Davon hatte uns schon jemand aus Wien berichtet - Testurteil: zu teuer. Dann gab es aber noch einen einzigen Flyer von Absolute Adventures. Ich dachte mir, es ist immer gut wenn die Flyer schon fast alle sind und das klang auch recht vielversprechend und war nur halb so teuer. Wir wurden also am nächsten Morgen von einem relativ kurz gewachsenen Kiwi mit Jeep in Empfang genommen. Als erstes fielen mit seine Unterarme auf, fast so dick wie meine Unterschenkel. Wir waren die einzigen Zwei, die mit ihm in die Höhle klettern sollten und auf der Fahrt erzählte er, dass diese Tagestour die härteste wäre, die man in Waitomo buchen kann. Das könnte er vielleicht einfach so gesagt haben, er sagte es jedoch wirklich überzeugend.

Schade, dass ich den Typen nicht fotografiert habe. Er passte so ziemlich in die Kategorie verrückter, relativ kleingewachsener Neuseeländer. Da war als erstes dieser Typ mit seinen Quadbikes. Dann dieser Typ vom Kletterpark. Beim Zorbing trafen wir auf dem Parkplatz einen Immobilienhändler. Dieser war mit einem tiefer gelegten Audi mit Breitreifen und 3 Japanerinnen unterwegs. Er fragte sofort nach unserer Herkunft und erklärte, dass er deutsche Autos liebt. Wir lernten bei ihm, dass die Autos genau wie die Frauen aus dem Land sind. Amerikanische Autos haben fette Ärsche. Mein italienisches Auto sieht gut aus, aber ich muss sehr sorgsam mit ihm sein. Deutsche Frauen kann man dagegen hart anfassen und sie mögen es. Er mochte besonders Michelle Pfeiffer.. Wir ließen dies unkommentiert. Über japanische Autos hat er übrigens nix erzählt - ich hab auch nicht gefragt. Nun dieser Höhlenforscher: Gleicher Gesichtsausdruck, gleiche Körpergröße, gleiches Geltungsbedürfnis und auch irgendwie verrückt. Jeder auf seine Art, aber doch ähnlich und Neuseeländer. Dazu passt vielleicht auch, was mir andere Backpacker über den neuseeländischen Minderwertigkeitskomplex berichtet haben. So könnte ich zu diesem Zeitpunkt eine soziologische Hypothese aufstellen - will ich aber nicht.

Wir erreichten das Camp. Das war eine Rumpel-Hütte, die ganz sicher schon bessere Tage hatte. Vor der Tür lagen die Gummistiefel und waren teilweise mit Wasser vollgelaufen. Dann die Ausrüstung. Wir sollten nur Badehose und Handtuch mitbringen. Dazu bekamen wir zwei Lagen Unterwäsche, die teilweise schon ziemlich durchlöchert war (siehe Foto). Darüber ein Fließ und darüber einen zerrissenen Stoff-Overall. Wenigstens Neoporensocken, dachte ich mir. Dann noch schnell das Wasser aus den passenden Gummistiefeln gekippt, Helm mit Lampe auf (das einzige neben meiner Badehose, was nicht irgendwo kaputt war) und schon stiefelten wir an einem Bach entlang und erreichten bald den Eingang zur Höhle. Ich registrierte nur kurz, dass auch das Bächlein in unsere Höhle fließt, denn schnell sollte es eine Felswand hinaufgehen die ungefähr doppelt so hoch war wie ich und keinen erkennbaren, natürlichen Klettersteig besaß. Stattdessen hing dort ein Seil herunter, an welchem wir nun hochklettern sollten. Meine Begeisterung kam ins stocken. Als Hilfsmittel bekamen wir eine Art Griff, den man am Seil einrasten kann. Fürs Erste war das ein ziemlicher Kraftakt, den wir irgendwie meisterten.

Dann wurde es ziemlich entspannt. Es kamen bald Stalaktiten und Stalakniten, ein wunderschöner See, alles so wie man es auch aus deutschen Tropfsteinhöhlen kennt. Bloß ohne Gehweg, ohne Absperrung und einzig dem Diodenlicht unseres Helme. Ein bisschen hier durchgekrabbelt und mal dort herüber gehüpft - sehr schön. Dann wurde es langsam unwegsamer. Wir durften uns mal 5 Meter abseilen, was zuerst nur ungewohnt war doch eigentlich kein Problem ist. Dann kam eine Schlucht und in der Tiefe hörte man irgendwo den Bach plätschern. Dieses Wasserrauschen war eigentlich die ganze Zeit da. Manchmal war es nur ganz leise, nun wurde es wieder lauter. Wir haben uns davor auch teilweise ungesichert irgendwo bewegt, wo man besser nicht abrutscht und selbst die Sicherung war bei weitem nicht so, dass man sich nicht wehtun kann. Nun sollten wir also erst mit einem Bein über die Schlucht steigen, dann das zweite Nachziehen und uns mit den Händen an der gegenüberliegenden wand abstützen. Das Sicherungsseil fand ich für diese Übung eindeutig zu lasch gespannt und warum musste ich denn überhaupt die ganze Zeit vorgehen? Ich stand schon vorher mal bis zum Bauch in einem Wasserloch. Unser Höhlenforscher meinte dann, ich solle doch die ganze Zeit vorgehen weil ich wirklich großes Talent besitze, die wirklich tiefen Löcher zu entdecken. Haha. Ich war aber doch überrascht, dass ich kein bisschen gefroren habe. War ich doch eigentlich klitschnass und nur mit Lumpen bekleidet. Bald war ich fast wieder trocken und wir erreichten einen großen Hohlraum an dem uns unser Guide Tee und Kraftfutterplätzchen reichte. Ich sollte mir nun noch einmal Tee nachschenken und so langsam begriff ich unsere nächste Aufgabe. Wir sollten uns in einem Wasserfall abseilen und dann denn Bach entgegensetzt der Strömung gehen und schließlich den Ausgang selbst finden. Wenn es irgendwo nicht weiterging, dann über das Hindernis klettern und uns auf gar keinen Fall scheuen, nass zu werden. Wir würden es eh. Wir krochen auf allen Vieren durch den Bach und schleppten uns meistens ohne Hilfsmittel durch weitere Wasserfälle oder mussten uns beispielsweise über eine Strickleiter hangeln. Ich war echt bedient als wir endlich den Ausgang der Höhle erreicht hatten und hatte vorerst wirklich genug vom Höhlenklettern.

An diesem Abend haben wir unseren Plan anschließend nach Auckland zurückzukehren nicht mehr erfüllt sondern sind nach dem Essen sofort ins nächst gelegene Hostel gekippt. Ich fühlte mich ungefähr so fit wie ein überfahrenes Oppossum. Am Freitag waren wir dann wieder in Auckland und Samstag früh um 5 habe ich Steppo zurück zum Flughafen gebracht. Für mich heißt es nun alleine weiterziehen - bis zum Südende, das ist das Ziel. Am ersten tag habe ich mich schon gefragt, was das alles soll. Ich habe erst mal nichts weiter unternommen und stattdessen endlich mal das eine Buch, welches mir Jule mitgegeben hat, zu ende gelesen. Am Sonntag wollte ich ursprünglich auch nix weiter machen. Der Tag war aber doch zu schön, so dass ich mir mein Auto geschnappt habe und mit Musik zuerst die Ostküste entlang gefahren bin. Da sieht's so ein bisschen aus wie bei die Rettungsschwimmer von Malibu. Während ich feststellte, dass mich diese joggenden Fitness-Queens am Strand nicht wirklich unterhalten und hier eine Holzhütte wie die andere aussieht fiel mir Piha wieder ein. Schon öfter fiel dieser Name und er wurde mit einem wirklich schönen Ort 20 Kilometer nordöstlich von Auckland in Verbindung gebracht. Ich also den Fiat gewendet und dann einmal quer durch Auckland. Plötzlich wurde die Straße kurviger und ein tropischer Kauriwald begann. Es war wirklich überraschend, wie schnell man von Auckland im subtropischen Wald ist und Mittags war ich schon am berühmten Strand in der Nähe von Piha. Das Meer ist dort wohl sehr gefährlich, hat aber große Surfwellen und vor allem schwarz-goldenen Sand. Ich dachte sofort an die Diskussionsgruppe "Es glitzert, es ist sinnlos, ich will es". Hoffentlich kommt das ein bisschen im Video rüber.



Nur falls mich morgen jemand anrufen möchte oder mir eine SMS schicken möchte:

0064-21-02619944

Dienstag, 9. Oktober 2007

Action Double Rotorua

Momentan ist Steppo erst mal auf Erkundungstour in Rotorua und die Küche ist voller dicker Mädchen, die sich dort ungesundes Essen zubreiten. So habe ich mir eben nur ein Bier geholt und den Laptop angeworfen. Endlich ist mal wieder ein bisschen Zeit für Euch und Text für diesen Blog. Außerdem stinkt ganz Rotorua nach Schwefelwasserstoff und hat den Charme eines professionell ausgebauten und frisch sanierten Kurbades mit einem riesigen Einkaufzentrum aus Leichtmetallhütten herum. Das interessiert mich nicht die Bohne und ich frage mich wirklich, ob die Menschen hier überhaupt freiwillig wohnen. Als wir die letzten Tage so unkoordiniert den Highway 5 hin und her gefahren sind, haben wir hier wegen akutem Hunger schon mal kurz bei McDonalds angehalten. Dort entstand das Foto, wo scheinbar das ganze Kaff bei McDrive ansteht und eine Mutti ihrer jungen Tochter in ungefähr Mäxchens oder Almas Alter eine labbrige, fettige Fritte nach der anderen in das arme Mündlein schiebt. Dazu noch suggestiv fragt, dass es vorzüglich schmeckt. Kein Wunder, dass hier auffallend viele so fett sind. Pfui! Auch deshalb war es mir heute wichtig, fettarmes und Mononatriumglutamat-freies Abendbrot durchzusetzen. Es gibt frischen Snapper mit Reis und Brokoli - wenn sich das Gewusel in der Küche endlich mal gelegt hat.

Heute gabs ein Action-Doublepack für uns. Gegen 9.30 erwartete uns der Schuttle Bus an unserem Hostel, dem Funky Green Voyager. Ein paar Minuten später gings rein in die Rafting-Kluft bestehend aus Neoporenanzug, darunter ne Art Fließpulli, Raft-Gummistiefel, Rettungsweste und Helm. Ich war doch etwas skeptisch. Steppo hatte nämlich gleich eine Stufe 5-Strecke gewählt - immerhin die zweit härteste bzw. steilste Stufe die es gibt. Warum auch erst mit 3 anfangen? Mit uns war noch ein Pärchen aus Schweden mit im Boot und noch eine, deren Herkunft ich wohl verschlafen habe sowie zwei Profis. Es war eigentlich noch viel zu zeitig für Gunther. So trotte ich mit Crew, Boot und Schlaf in den Augen über eine Kuhwiese und durch mehrere Kuhgatter hinab zum Kaituna River. Zuerst die Einweisung, was wir bei diesem oder jenen Kommando zu tun hätten und was man macht, wenn das blöde Gummiboot kentert. Ich hatte die Bilder von Tini und Thomas vor Augen und konnte mich gar nicht auf diesen schnell ausgesprochenen Neuseeland-Slang konzentrieren. Kurz: ich fühlte mich mäßig vorbreitet und dachte, dass es eine 3+ Tour, wie sie Tini und Thomas gemacht haben, auch gereicht hätte. Dann alle ins Boot und nach den ersten Übungsmanövern war alles halb so wild. Und als ich mir schnell noch ein bisschen frisches Flusswasser ins Gesicht gespritzt habe war ich endlich einsatzbereit. Erster Wasserfall: Gunther ist noch ein bisschen unsicher aber langsam stellt sich Freude ein. Zweiter Wasserfall: Gunther reagiert sofort auf Kommandos und ist voll fit. Jedoch ärgere ich mich über diese Schwedin vor mir, welche nur mit einem ziemlich laschen Einsatz bei der Sache ist. Dann darf Steppo vor mir Platz nehmen. Das geht besser. Man muss doch immer zugleich paddeln und das ist ziemlich schwierig, wenn die vor mir immer aufhört. Nach diversen Stromschnellen und Platzwechseln, sitzen nun die Mädchen wieder vorn und wir machen Wasserfallsurfen (siehe Foto). Dann der große böse Wasserfall, den wir gekonnt meistern und ich bin endgültig der festen Überzeugung, dass Rafting genau mein Ding ist. Noch einmal bitte und gerne auch viel länger... Am Mittag sind wir wieder zurück im Hostel und beschließen, gleich noch das Zorbing mitzunehmen. Also wieder los und schon standen wir vor den riesigen Gummibällen. Zorb funktioniert so: Im Inneren der Bälle ist warmes Wasser und alles relativ glitschig. Man springt mit einem Kopfsprung hinein und man befindet sich in einem mit warmen Wasser befeuchteten, ziemlich glitschigen Innenraum. Dann muss man aufstehen und loslaufen, so dass der Ball mit uns drin losrollert. Dann sind Steppo und ich auch gleich hingefallen und jubelnd den Berg herunter geschlittert. Vom Gefühl her war es wie in einer weiterentwickelten Wasserrutsche. Das war lustig und völlig easy - Rafting ist jedoch wirklich viel besser!