Die Fahrt zur Südinsel gestaltete sich sehr entspannt. Ein bisschen zu entspannt, wie wir fanden. So blieb uns nichts anderes übrig als vom Vorderdeck, aufs Hinterdeck (wo es nach Viehtransport stank), auf Sonnendeck, zum Seitendeck und wieder nach vorn zu wandern - wenigstens gabs Bier. jost und Miriam sind in Wellington geblieben, so dass ich von nun an mit Nina alleine unterwegs war - so ganz untypisch für Backpacker, jeder mit eigenem Auto. Sie mit dem neuen Suzuki Jeep ihres Vaters und ich mit meinem Fiat. Als wir einmal wieder auf dem Hinterdeck waren ertönte das Alarmhorn und wir gingen nachsehen, was los sein könnte.
Mir wurde dann doch etwas seltsam, als uns das gesamte Personal mit Rettungsweste entgegen kam. Ebenso schien das Schiff ganz schön Schieflage zu haben, welches sich bei unserer ankunft auf dem Vorderdeck auch als reale Schieflage darstellte (Das könnt ihr vielleicht auf dem Foto sehen - im Hintergrund ist übrigens schon Südinselland in Sicht). Aber uns wurde zum Glück gleich erklärt, dass dies nur durch den Wind passiert und keine verrutschte Ladung oder so ist. Nach 2 Stunden übers Meer gings dann noch eine Stunde durch einen Fjord.
Naja, verkatert entspannte ich mit Aphex Twin - Selected Ambient Works als Soundtrack.. sehr passend.Schließlich gings aus der Fähre und ich freute mich schon, jetzt gleich mein Weetamix Edit für Jule zu hören und ich war mittel schwer enttäuscht, als wir schon bei 28 Minuten an der Schokoladen Fabrik anhielten. Abends gabs Dinner "Lamm mit Brokolie und Kartoffeln" mit Carol, Brian und Nina in deren Haus. Cool. Eben noch in Napier, dann kurz in einem abgefuckten Hostel in Wellington
abgestürzt und schon sitze ich auf der Südinsel bei eigentlich völlig fremden Leuten am Abendbrottisch. Das finde ich klasse! Am nächsten Morgen gings dann mit Nina zum Fjord namens irgendwas? sound. Im Reiseführer laß ich, dass es eigentlich sinnlos ist den Fjord mit dem Auto zu erkunden, aber es gab zu mindest einen tollen Ausblick auf diese schöne Bucht da unten. Ein Boot wäre schon toll gewesen, wie auch Nina fand. Abends gings dann mit ihrem Papa und dessen Frau zum Italiener essen und danach zum Feuerwerk. So wird hier auch der Tag gefeiert, an dem irgendjemand in London Dynamit im Bürgersteig verbuddelt hat und
wohl das Parlament in die Luft sprengen wollte. Jemand wurde getötet und der Terrorist wurde gefasst. So feiern die einen, dass einer getötet wurde und die anderen das der Attentäter gefunden wurde. Ich denke das ist irgendwas nordirländisches, was günstigerweise mit Haloween zusammenfällt - aber so richtig verstanden hab ich das nicht. Weil hier aber so wenig Leute wohnen muss man für ein Feuerwerk Eintritt zahlen. Naja, Brian hats bezahlt. Ich hätte auch in der Schokoladenfabrik arbeiten können, jedoch sucht Brian jemanden für länger und da hätte ich ihn anlügen müssen -
was ich ja nicht mache, wenn ich hier schon eingeladen werde. Abends waren wir dann noch auf Helikopter-Jagd. So waren kurz vor unserer Ankunft über 100 Hubschrauber im Einsatz, um die Weinreben mit Wasser einzusprühen, so dass die Frostschäden in der Nacht nicht so derbe ausfallen. In dieser Nacht sind wir aber einer Fehlinformation zum Opfer gefallen und es war kein einziger Hubschrauber weit und breit zu sehen.Am nächsten Morgen traf mich der Schlag um Acht.
Die letzten Tage hatte ich ja sowieso viel zu wenig geschlafen und in dieser Nacht war ja Vollmond und ich konnte echt beschissen einschlafen - nämlich gar nicht. Alle sind pünktlich ins bett gegangen und ich lag da alleine wach in der Gegend rum. So gerne hätte ich mich dann mal ans Internet gesetzt oder mal in good old Halle angerufen, aber die haben dort alles im Büro um die Ecke. Als ich endlich eingepennt bin, ging zugleich die Tür auf und Carol kam ins Zimmer gerannt. Ich fand die ganze Zeit, dass sie sich zu sehr um die Probleme anderer kümmert. Aber sie musste nun unbedingt mitteilen, dass es soooo beautiful draußen ist, coffee already und ob wir nicht nach Nelson fahren wollten?!
Awesome!!! dachte ich. Das ist ja schlimmer als im 8 Bett-Dorm. Und wenn wir nach Nelson fahren ist es wirklich sinnlos für mich, dann gleich wieder zurück zu kommen. Nina wollte ja eh Morgen zurück zur Nordinsel und ich will hier bleiben, also sind wir gemeinsam, mit 2 Autos, nach Nelson aufgebrochen und Abends haben sich hier unsere Wege wieder getrennt.Als erstes bin ich Hostel eingechekt und wir sind dann erstmal zum Stadtstrand in Nelson aufgebrochen. Erster Eindruck: überzeugend. Ich finde es zwar nicht wirklich warm genug, um hier ins Wasser zu springen, aber es waren da schon tatsächlich welche im Wasser.
Danach erstmal Kaffee trinken und dann wollte Nina noch gerne die Golden Bay sehen. Um dort hinzukommen muss man über einen Pass vom Meeresspiegel bis auf 792 m hoch und dann wieder herunter. Ein ganz schön langer Trip für ne halbe Stunde aufs Meer gucken und dann noch 10 Minuten aufn Kaffee warten. Aber jetzt weiß ich wenigstens schon, wohin ich Morgen aufbreche. Bitte seid nicht gar so enttäuscht, falls das nächste Update wieder länger dauert. Der Ort liegt, wie gesagt hinter den sieben Bergen irgendwo bei Takaka. Danach gehts in den Abel Tasman Nationalpark Seekajak fahren, wenn das Wetter ok ist. Und dann gehts ran an die Arbeit.
So long, da könnt ihr mich finden:










































