Sonntag, 16. Dezember 2007

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Verlängerung

Letztes Wochenende bin ich ziemlich in Schwanken gekommen ob die Entscheidung, noch dieses Jahr zurück nach Deutschland zu fliegen, wirklich die beste Idee war. Waren doch die letzten Tage vor allem in Karamea und in der Golden Bay unerwartet und einfach zu gut. Und letztendlich habe ich meinen Neuseeland-Trip in die Verlängerung geschickt und bin erst am 5. Februar wieder in Deutschland. Jetzt wo meine Reiseroute fast vollständig abgehakt ist, genieße ich die Ruhe ohne "to do"-Plan. Und hier wachsen gerade in meinem Kopf die neuen Ideen fürs nächste Jahr und ebenso die Energie, die ich dafür brauche. Ich denke es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Es sind ja auch nicht mal mehr 8 Wochen und diese ersten zwei Wochen ohne Reiseplan machen für mich hier schon ein riesigen und wirklich positiven Unterschied - so viel ist bereits sicher.

Montag, 10. Dezember 2007

Westcoast / Golden Bay



Am Mittwoch ging es endlich weiter. Wenn ich den Flug nicht verpassen möchte musste ich mich etwas beeilen. Erster Zwischenstop bei den Gletschern. Man konnte die Touristenbusse einfach nicht übersehen und auch der Flugbetrieb war unglaublich. Dort ein Flugzeug, da ein Hubschrauber - ein Krach, der mir jegliche der eh nur lauen Begeisterung für die Gletscher nahm. Man muss dort wieder eine Guided-Tour buchen und wieder irgendwas weit über 100 Dollar ablegen. Ich hatte schöne kostenlose Tage an den Keplerbergen und genug Touridollar in Queenstown gelassen. Dazu sah es so aus, als ob die einzige Wolke Neuseelands sich um die Gletscher rankte. Ich musste kurz auftanken und hab 25 cent pro Liter mehr als in Queenstown bezahlt. Schon war ich in Hokitika. Abends noch den Sonnenuntergang angeguckt, am nächsten Morgen ein paar Runden durch die Stadt gedreht und schon war ich in Punakaiki. Nichts außer Pancake Rocks und einem Parkplatz. Das Hostel war über mehrere Hütten im Regenwaldbusch verteilt. Ich wohnte im Wekahäuschen. Als am nächsten Morgen die malaysische Reisgruppe, mit der ich den Schlafraum teilte, weiterzog, beschloss ich einen Tag hier zu bleiben. Einen Tag meine eigene Hütte mitten im Busch. Der nächste Supermarkt war 48 km entfernt, so dass der Morgen locker fürs einkaufen drauf ging. Nachmittags kochen, Wäsche waschen abends Sonnenuntergang überm Meer angucken, unterhalten und Leute (Israelis und Amerikaner) kennen lernen. Sehr entspannt. Dann weiter nach Karamea. Dort gab es Riesenschnecken und einen Backpacker, der dazu noch die regionale Radiostation betreibt. Vielleicht ein Ort zum Musik machen? Ich erreichte Karamea schneller als gedacht und ich wurde mit den Worten begrüßt: falls du musik machen möchtest, im Hof ist das Radiostudio - feel free. Juhu. Auf gings. Ich habe meinen ganzen Kram ausgeladen und dann 9! Stunden Musik ineinander gemixt. Auflegen möchte ich das lieber nicht nennen. Aber das war mal echt wieder nötig. Am nächsten Tag nochmal ein paar Stunden und dann gings am vergangenen Montag weiter nach Golden Bay. Hier die Bildergalerie:

Radiostation
Blick ausm Bett
Yuko und Nobu
Steven @ Whawariki Rock
Suzanne & Helen @ Whawariki Beach
Dan, Emilie & Steven
Yoga Hall
Dinner (Muscheln selbst am Strand gesammelt)

Queenstown

Draußen regnet es, der Hotspot fürs Wlan ist grade nicht erreichbar und so ist endlich mal wieder Zeit zum Nachtragen. Queenstown - bekannt für Wintersport, den Bungy Pionier A.J. Hackett und einem Hauch von Nachtleben, in dem sich vor allem Adrenalin geschwängerte Engländer voll laufen lassen. Mein Plan war, nur ein Wochenende in diesem Partyparadies der Südinsel zu verweilen und dann weiter die Westküste entlang zu fahren. Nach all der Natur und Ruhe stand mir der Sinn nach Krach und Nightlife! Der Ort ist ein Bergdorf mit vielleicht 8000 Einwohnern. In den letzten 7 Jahren hat sich hier ein gewaltiger Bauboom ereignet und nun ist der ganze Ort voll mit Motels, Hotels, Ferienwohnungen und alles ist auf Tourismus eingestellt. Hier wird richtig Geld verdient und dem Tourist mit allen Mitteln versucht das Geld aus der Tasche zu ziehen. Selbst Hobbyknabenchöre singen gar schrecklich falsch und betteln um Erlösung. Ich traf mich mit Gunnar am Samstag zum Club-Hopping. Das Niveau der Abendveranstaltungen befand sich überwiegend auf dem Niveau von Flowerpower und Enchilada-Partys. Es wird zeitig angefangen und die Meisten Läden sind Bars, in denen am Abend Stühle und Tische beiseite geräumt werden und sich dann am Abend besoffene Engländer zum Balztanz einfinden. Wenn dann die Jungs betrunken sind und endlich genug Mut haben, die Mädchen anzusprechen, kommt der Türsteher und geleitet sie zum Ausgang. No intoxicated persons allowed! Wie bitte?! Dann geht der Türsteher wie der Hahn im Hühnerstall zu irgendeiner Dorfschönheit und kuschelt und bald fliegt der Nächste. So ist es kaum verwunderlich, dass die Mädchenquote nach 2 Uhr auf geschätzte 85 Prozent anstieg und um 3 das Licht ausgeht. Wir wechselten ein letztes Mal. Das eher vornehme Restaurant irgendwo um die Ecke spielte jetzt elektronische Tanzmusik. Eigentlich gar nicht so schlecht.. Weil aber hier nur noch draußen geraucht werden darf, ist der Laden natürlich leer und alle stehen vor der Tür und quatschen. Ein Gähnen, 100 Dollar erfolgreich in Jägermeister, Vodka-Redbull und Bier umgesetzt und ab ins Bett. Am nächsten Morgen wollte ich nun zum Bungysprung ansetzten und Gunnar wollte eventuell mitspringen. Jedoch war er am Morgen danach krank. Ich fühlte mich auch ein bisschen verschnupft. Wir hatten uns wohl bei Stefan angesteckt, der aufm Kepler Track richtig gut durchgeschwitzt ins Schmelzwasser springen musste und danach erkältet war. Und Vodka-redbull war wohl keine Medizin - wir hätten wohl bei Jägermeister bleiben sollen. Am Nachmittag machte ich wenigstens eine Spazierfahrt zur weltweit ersten und somit ältesten Bungystation - jener Brücke von der alles begann. Ein Sprung kam aber nicht in Frage, weil grade der grüne und berüchtigte Bus von Kiwi-Experience wieder eine Ladung partyhungriger Engländer zum Bungyspringen abgeladen hatte. Außerdem konnte ich auch locker noch einen Tag warten und habe stattdessen den Pinguin-Blogeintrag verfasst. Den folgenden Tag verbrachte ich dann vollständig an der Bungystation. Der Sprung war Pflicht heute - leider war erst 4Uhr30 für uns ein Gummiseil frei und so sahen wir unzählige Busladungen schreiend, bibbernd und teilweise kreidebleich von der Brückespringen. Und wenn man möchte, kann man dort auch mit dem Kopf ins Wasser eintauchen. Weil mir die Höhe nicht gar so viel ausmacht, war das auch mein Ziel. Endlich war es Nachmittag und ich konnte mit meiner Gewichtskennzahl 66 auf der Hand zum Bungysprung gehen. Ich war nun doch etwas aufgeregt und dann saßen da vor mir 2 Däninnen die einfach nicht springen wollten. 3,2,1 - möööp, wieder nicht gesprungen. Okay, vielleicht erst ihre Freundin. Erster Versuch - nix. Zweiter, Dritter... endlich. Dann wieder die andere Susi - sie springt einfach nicht und ich saß da mit gefesselten Beinen. Wenn man eine Gewichtskennzahl über 70 hat, dann springt man von der anderen Absprungstelle. Er war natürlich schon längst unten und ich saß da "for ages", wie der Engländer sagt. Dann erklärte mir der Bungy-Typ wie man nun springen muss, um ins Wasser einzutauchen - einfach fallen lassen. Wir hatten während der 4 Stunden Bungystudium jedoch festgestellt, dass dies echt scheiße aussieht. Burst raus und Arme zur Seite machen einen weitaus besseren Eindruck. Endlich gab die Dänin mit Würgekrämpfen auf und ich sprang ein Mittelding mit dem Charme von einfach fallen lassen und dem Ergebnis, dass ich es nicht bis ins Wasser geschafft habe. Obwohl ich natürlich völlig begeistert wieder aus dem Schlauchboot geklettert bin, war ich mit meinem Sprung nur halb zufrieden... Wollte ich nicht eigentlich den größten Bungysprung Neuseelands wagen? Ich buchte noch am Abend und erhielt 20%-Rabatt. Dienstag Morgen um 10 ging der Bus zur Bungystation. Diese liegt etwas ab vom Schuss und ist umringt von Privatbesitz, so dass man diese nicht auf eigene Faust besuchen kann. Des Busfahrer Ryan sah aus wie man sich das vorstellt. Schön voll tätowiert, Piercings, Iro, unterkühlter Blick, gutes Herz aber leider Metallmucke. Ich ahnte sowas und hab mir extra den MP3-Player mitgenommen und schön Techno gehört. Von Heavy Metall fühle ich mich ja doch eher gelangweilt bis peinlich berührt, wenn diese ach so harten Burschen ihr Drama des Lebens aus sich heraus brüllheulen. Und Metall/Rock hilft nicht beim Springen, wie sich auch bei den dänischen Susis vom Vortag gezeigt hatte. Ein smarter funky Groove ist dagegen unschlagbar! Das sahen die auf der Station des 134 m Nevis-Bungys überraschender Weise genauso. Hier ging alles etwas zügiger und auch viel lustiger zu. Alle sprangen nacheinander - nur einer ist erst beim zweiten Versuch gesprungen. Schließlich war ich an der Reihe:

[hier sollte eigentlich das video hin. jetzt ist aber die verbindung abgebrochen. grrrrr!]

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Sprung noch gemacht habe. Das war ähem, echt geil! Gegen 13 Uhr waren wir zurück und endlich konnte es losgehen. Raus aus diesem Geldverbrennenden Bergdorf, auf zum Meer und zurück zum Regenwald. Doch halt, wo war mein Autoschlüssel? Ich hatte diesen doch tatsächlich im Bungybus verloren und durfte nun bis 18 Uhr warten, bis Ryan wieder zurück war. Stucked in Queenstown! Nichts zu tun außer Kaffeetrinken, überall Pauschaltouristen und ich wollte nur noch weg. Doppelt im Parkhaus bezahlt - klingkling, noch mehr Geld abgegeben. Es war teuer, aber der Nevis-Bungy wars wert und auch so musste Partyqueenstown einfach sein.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Slope Point



Milford Sound







Nachtrag: Kepler Track










Sonntag, 25. November 2007

Nachtrag Oamaru

Bitte entschuldige, dass dieser Blog so lange keine Aktualisierung erfahren durfte. Es war viel los in letzter Zeit und ich war auch mehrere Tage fernab jeglicher Zivilisation. Nun bin ich in Queenstown, habe mir soeben ein Bier aufgemacht und mir einen schönen Sitzplatz hoch über den See ausgesucht und tippe nun mal wieder für Dich drauflos. Die Temperatur misst übrigens windig auffrischende 18 Grad und es ist wolkig. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, ich wollte mich um Arbeit kümmern. Das war gar nicht so einfach und vor zwei Wochen gab es nicht wirklich viel zu tun für niedrig qualifizierte Gastarbeiter. Die Weinstöcke waren ausgedünnt und die Äpfel waren noch nicht soweit. Langsam schlich sich bei mir die lange Weile ein und so beschloss ich am Montag irgendwohin weiter zu fahren und eventuell zurück zu kehren, wenn sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Ebenso hatte sich die Sonne am Abend vorher so wunderschön verabschiedet und ich sollte sie so bis zum Wochenende nicht wiedersehen. Regen setzte ein - Tiefdruckgebiet. Ich überlegte noch, wohin die Reise gehen könnte, da fand sich Anna ein. Sie hatte soeben erfahren, dass sie sich nach Christchurch begeben musste um irgendwas mit ihrem Visa zu regeln. Okay, Christchurch könnte auch ein Reisziel sein und Anna wollte definitiv wieder zurück nach Motueka fahren. So musste ich also nicht alleine aufbrechen und konnte auch noch die Spritkosten teilen. Kurz vor unserem Aufbruch gesellte sich dann noch eine Schweizerin hinzu und so ging das Auto voll geladen auf die Reise. Ich bereute diese Entscheidung schon kurze Zeit später, als sich meine Passagiere als Meckertrullas entpuppten. Da gefiel ihnen die Musik nicht und sie hatten natürlich auch keine Alternativen anzubieten. Ich hätte doch so schön mit richtig lauter Musik durch die Gegend fahren können und nun das. Anna meinte, das würde Sie alles so sehr an Sonnabend erinnern, wo alle in Nelson tanzen waren und es ihr dann so schlecht gegangen wäre. Mir ging an diesem Tag jedoch schon vor der Abreise nach Nelson schlecht, so dass ich nicht mit konnte. Ich musste mich hinlegen und ich erwachte kurze Zeit später mit dem äußerst dringenden Bedürfnis kotzen zu müssen. Ich bin dann speiend zur Toilette gerannt und hab seit Langem mal wieder ne richtige Sauerei veranstaltet. Dabei hatte ich nicht ein Bier getrunken und wohl was Überlagertes gegessen. Nahrungsmittel kühl zu halten ist als Backpacker äußerst kompliziert und hatte wohl bei meinem Abendessen nicht geklappt. Da macht mein sensibler Magen nicht mit! So bin ich also eh schon auf Dancemusicentzug und nun erinnerte mich auch noch diese Schweizerin zunehmend an Dunjas Schwester - ich war bedient. Schließlich sind wir bei völligem Scheißwetter in Christchurch angekommen. Es regnete die ganze Zeit und ich war genau wie in Wellington an tagelange Sonne gewöhnt. Der erste Regentag nach einer Woche Sonnenschein ist doch immer etwas schwierig - aber da muss ich Dir im kalten Europa ja gar nix erzählen. Noch dazu gabs im Hostel nur Wucherinternet. Herrje.

Nun saß ich in Christchurch und grübelte wie es nun weitergehen könnte. Christchurch ist im Hochsommer bestimmt recht schön - eine Stadt am Meer mit Malibustrand. Aber nass und trüb macht das hier keinen richtigen Sinn. Es ist letztendlich eine weitere mittelgroße Stadt. Am nächsten Morgen bin ich mit Anna zu dieser Halbinsel südöstlich der Stadt aufgebrochen. Dunjas Schwester aus der Schweiz hatte ich schon abgehängt, aber es sollte nicht meine letzte Begegnung mit ihr werden. Es regnete und außer Meer und abgeholzte Hügel gab es dort nichts. Anna jammerte die ganze Zeit, dass es ihr in Neuseeland sowieso nicht gefällt und Sie deshalb hier arbeiten wolle. Mir gefällt das Land eigentlich zum Urlaub machen sehr gut und so ergab sich dann nach und nach die Entscheidung, diese Idee mit der Arbeit als Quatsch einzustufen. Arbeiten kann ich in Deutschland besser - für mehr Geld und mit sinnvolleren Aufgaben als für den Mindestlohn unreife Äpfel in Stressgeschwindigkeit zu pflücken. Diese Möglichkeit hätte sich tatsächlich in ein paar Tagen ergeben, aber mein Entschluss war an diesem Nachmittag: Ich mache noch Urlaub und nehme den Flieger am 25.12. zurück nach Deutschland. Mal ganz davon abgesehen, dass ich hier ohne meine Musik und die mir gewohnten Wochenendveranstaltungen sowieso schon verdorre kam auch noch eine weitere Unterstützung für mir eine Entscheidung hinzu. Ferdinand von der Mt. Arthur-Expedition sagte mir am Telefon, dass die selbe Crew am kommenden Wochenende den 4 Tage Kepler-Track im Fjordland angehen wollte und ich herzlich dazu eingeladen sei. Ich hatte schon von einem erfahrenen Holländer gehört, dass dieser Trampingpfad auf jeden Fall ganz oben in Neuseeland rangiert und sich wirklich lohnen sollte. Doch alleine wollte ich nicht 4 Tage über Berge und Täler stiefeln. So ergriff ich die Gelegenheit und verabredete mich mit den Jungs am Sonnabend im Örtchen Te Anau. Es war Dienstagabend gegen 17 Uhr, als ich Christchurch alleine, mit Lieblingsmusik und mit neuen festen Plan in Richtung Süden verließ. Ich hatte noch Zeit und ich freute mich schon auf die vom Reisführer prophezeiten Pinguinkolonien am Wegesrand.

Auf meiner Autofahrt ist mir dann aufgefallen, dass hier die Straßen ungewohnt lange einfach nur gerade aus gehen. Kein Berg, kaum Hügel. Nur flaches Land auf dem trotz Regen die Bewässerung unentwegt Wasser verspritzte. Es ist hier wohl viel zu trocken für diese Jahreszeit - mich solls nicht stören. Ich buchte noch schnell am Telefon einen Late Check-in in Oamaru. Diese Stadt ist bekannt für ihre große Zwergpinguinkolonie am Rande der Stadt. Die Bauweise der Häuser veränderte sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Hier wird doch tatsächlich mit Stein gebaut und die Holzhütten sind eindeutig in der Unterzahl. Faszinierend. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Baukunst auch in Neuseeland Anwendung findet. Mein Hostel war jedoch noch aus Holz und die Elektroheizkörper liefen auf vollen Touren. Draußen waren es nur noch 4 Grad und da wird es auch Pipi Langstumpf in ihrer Holzhütte kalt. Die Betreiberin, das Haus - irgendwie erinnerte mich hier alles an Fräulein Langstrumpf. Alles nur ein bisschen in die Jahre gekommen und nun mit eigenem Kindlein auf dem Arm. Gunther erstrahlte. Was macht eigentlich die Kinderschar in Halle? Ach so viele Gründe zurück zu kehren und nur das Wetter und viel Gegend um hier zu bleiben. Mein Beschluss war offiziell.

Pinguine verlassen sehr zeitig ihr Nest um im Meer fischen zu gehen. Mit dem Einbruch der Dämmerung kommen sie dann wieder zurück ans Land, so dass ich am nächsten Tag noch viel Zeit hatte um meine Pinguinexpedition vorzubereiten. Die Zwergpinguinkolonie in Oamaru kann man nur Abends von einer Tribüne aus besichtigen. Eintritt 18 Dollar und fotografieren verboten - das ist nix für mich. Um von weniger touristisch erschlossene Kolonien zu erfahren, sollte ich am nächsten Tag zwei Typen am Hafen aufsuchen. Dazu gab mir noch Fräulein Langstrumpf weitere sehenswürdige Tipps mit auf den Weg und noch einen Hinweis für eine tolle Kolonie der Gelbaugenpinguine - ungefähr 30 km südlich von Oamaru. Weil bis zur Dämmerung noch viel Zeit war, fuhr ich also zuerst zu den Elephant Rocks, die wohl auch schon in irgendeinem Film die Kulisse waren. Schön - mal abgesehen von dem Japanerbus, der sich dort grade entladen hatte. Etwas abseits fand ich dann noch einen wunderschönen Unterschlupf im Felsen, in dem sich ganz sicher schon einige Pärchen ganz heftig geliebt haben, wie mir die Innschriften verrieten. Danach zurück zum Hafen, wollte ich doch noch ein paar Geheimtipps für die Pinguinkolonien ergattern. Die Rückfahrt gestaltete sich gelungen abwechslungsreich. So musste ich ein Fahrradrennen überholen, an dem nur ausgesprochen klassische Fahrradmodelle teilnahmen (siehe Foto). Oamaru sollte sich am kommenden Wochenende an die längst vergangenen goldenen Zeiten erinnern. Einst war sie größte Hafenstadt Neuseelands, bis der Hafen zu klein wurde - oder die Schiffe zu groß. Mir sollte der Hafen auch einen Strich durch die Rechnung machen. Meine beiden Kontaktpersonen waren leider nicht anzutreffen. Offene Briefe an den Eingangstüren verkündeten, dass der eine Steinskulpturen schnitzen war und der andere am Mt. Cook wandert. Als ich um die Häuser schlich, lag jedoch vor mir ein toter Zwergpinguin. Der arme Kerl musste wohl den Eingang zur benachbarten Touristenkolonie verpasst haben. Zum Glück hatte ich noch die Gelbaugenpinguine.

Nach einer ewigen Fahrt entlang der Küste gelangte ich endlich an das mir beschriebene Cape. Ich musste mich nur noch einmal erkundigen, wie ich nun zu dieser Lighthouse Road gelange und dann, nach ein paar Kilometern Schotterpiste baute sich endlich der Leuchtturm vor mir auf. Hier sollten also die Pinguine bald eintreffen. Der Weg führte mich durch Tonnen von Schafscheiße direkt zu einem kleinen Beobachtungshäuschen. Dieses schütze mich nicht nur vor dem eisigen Wind sondern bot mir auch ein Fernglas, durch jenes ich nun einen genaueren Blick auf eine Bucht erhaschen konnte. Ein Pinguin watschelte am Strand entlang und Robben lümmelten sich faul in der Gegend rum. Ich wartete ein-einhalb Stunden und es kamen nur magere 3 Pinguine aus dem Wasser gestiefelt. Für die Peaktime war das eindeutig zu wenig! So beschloss ich, dass Häuschen zu verlassen und die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Und siehe da: die Gelbaugen hatten sich wohl für eine andere Bucht entschieden und stiefelten schon zahlreich in Botanik herumwie schön. Ich war begeistert und zückte meine Kamera. So hatte ich mir das vorgestellt. Weit und breit nur Pinguine und ich - mal abgesehen von den Robben, verschiedenen Vögeln und natürlich den Schafen, die etwas abseits alles voll kacken und unentwegt määähn. Weit nach 22 Uhr bin ich dann endlich wieder im Hostel angekommen. Noch kurz was essen und dann hab ich noch einen ganz tollen Maorifilm "Whale Rider" angesehen - im großartigen Heimkino mit Beamer und spitzen Sound bei Fräulein Langstrumpf. Ein perfekter Tag in Oamaru ging zu ende...


Oh mann, jetzt muss ich erstmal was essen. Dann gehts weiter, wie Gunther 4 Tage durch die Berge wandert, den Milford Sound besucht und dann endlich am Südende Neuseelands abklatscht und sich somit nun schon auf dem Rückweg befindet. Die Kür ist geschafft! Und jetzt besuche ich diesen ach so berüüüühmten Burgerladen hier in Queenstown. Bis später.

Mittwoch, 7. November 2007

White Elephant - Motueka

Die Details der Kjakfahrt und die Abel Tasman Wanderung lasse ich jetzt mal aus. Sehr schön, die Gegend - ist ja sowieso sehr viel Gegend hier. Ich hab nachts auf nem Hausboot übernachtet und bin dann morgens mit 3 Holländern, ner Deutschen und einer aus Norwegen durch den Nationalpark zurück gelaufen. Es war ne Kaffeefahrt und ich war abends nie irgendwie geschafft. Seekajak mit Rückenwind ist ja sooo easy und mit den Wellen hat das echt Spaß gemacht. Lustig war, dass eine Engländerin im Kajak seekrank geworden ist - dass war war auch für Laura, unserem Guide, neu :)



Montag Morgen: Die Sonne scheint, blauer Himmel überall, nur eine Wolke hält sich am Mt. Arthur, den man von unserem Hostel sehen kann. Heute macht sich eine Expedition aus dem White Elephant auf, den Gipfel des Berges zu erklimmen. Sie besteht aus Jörg dem rheinländischen Hostelinhaber, Stefan der Siemens Ingeneur aus Berlin, Ferdinand dem dresdener Ex-Auslandszivi in Australien, Gunnar der Fit4fun Journalist aus Hamburg und mir. Wir haben uns schon vorher immer sehr gut am Abend beim Bier unterhalten und sind schon sowas wie Freunde geworden. Wir waren auf raues Wetter vorbereitet, weil ja oben immer noch Schnee liegt. Das es aber so heftig kommen sollte, das konnte man sich hier in Motueka nicht vorstellen. Schließlich waren die Anderen soeben mit Schlappen und kurzer Hose zum Strand aufgebrochen. Wir fuhren mit dem Auto auf ca. 900 Meter hinauf, so dass wir schon die Hälfte der ca. 1750 Meter geschafft hatten. Am Parkplatz war immer noch schönes Wetter - nur der Wind wehte uns nun etwas kühler um die Nase und diese eine Wolke versperrte immer noch die Sicht auf den Gipfel. Wir ließen uns nicht beirren. Vorbei gings an den verschiedenen Vegetationszonen und den hier und dort aufgestellten Tierfallen. Ich lernte von Jörg, dass Oppossum und Wiesel schon fast alle Vögel erfolgreich ausgerottet haben. Es war wirklich ziemlich still im Wald. Ebenso gibt es Pflanzen wie Ginster und Weißrose (?), die hier übel wuchern und den andern Pflanzen im Tal richtig Probleme machen. Wir erreichten die Baumgrenze und mussten leider feststellen, dass die Wolke immer noch da war. Sie hatte aber nict nur Nebel für uns bereit gehalten, sondern auch Hagel und besonders heftigen Sturm. Wir legten zügig unsere gesamte Schlechtwetterkleidung an. Ebenso die Sonnenbrille, weil Hagel mit geschätzter Fluggeschwindigkeit über 100 km/h im Auge ziemlich pieckst. Der Wind wurde immer krasser. Als wir dann die ersten Schneefelder erreichten, konnte man von gehen nicht mehr sprechen. Eher stämmten wir uns gegen den Wind und kämpften uns nur noch Meter um Meter nach vorn. Es war einfach zu gefährlich und Spaß hatte es zuletzt auch nicht mehr gemacht, so dass wir 100 Meter unterhalb des Gipfels, der einfach nicht zu sehen war, wieder umkehrten., Zurück im Hostel traute ich dann meinen Augen nicht - keine Wolke und gute Sicht auf den Gipfel. Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen - Kommentar von Ferdinand.

Abends hörten wir dann von einem Peace-Festival, welches irgendwo im Motueka Valley an einem Ort namens Riverside stattfinden sollte. Peace-Festival klang doch recht vielversprechend - auf gings. Wir erreichten das Schild Riverside bei einsetzender Dämmerung und es stellte sich heraus, dass es sich hier um eine der ältesten Hippiekommunen der Gegend handelte. Die sind so buddhistisch-kommunistisch angehaucht und wahre Relikte aus vergangenen Zeiten der Friedensbewegung. Es gab erst mal Essen. Jeder hatte was mitgebracht und weil es dort kein Privateigentum gibt, war es auch frei für alle. Das Kommunenhäuschen war tiptop in Ordnung. Beleuchtung, Parket, ordentliche Wände - und drin war eine Ausstellung vergangener Aktivitäten im Kampf für den Frieden (und Sozialismus?). Es durfte auch kein Alkohol mitgebracht werden, was wir natürlich nicht wussten und gleich mal mit Wein und Bier aufwarteten. Naja, sie haben es uns nicht übel genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war dort eigentlich noch tote Hose, Eltern unterhielten sich und die Kinder sprangen in der Gegend herum. So hatte das Festival für uns erst einen Anschein eines Kommunentreffens bzw. sah es so aus wie ein offener, entspannter Elternachmittag. Dann aber entdeckte ich, wie im Häuschen so riesige Xylophone aufgebaut wurden. Musik, das könnte spannend werden - dachte ich mir. Bald ertönte ein Horn mit einer Melodie, die ungefähr einer sterbenden Giraffe glich. Alle begaben sich in den großen Raum und sollten sich nun im Kreis versammeln. Stefan wurde neben mir etwas unruhig. Dann ergriff eine ergraute Hippiebraut das Wort. Vielen Dank fürs erscheinen und bevor die Party startet könnte jetzt jeder das Wort ergreifen, der etwas der Gemeinschaft sagen möchte, ein Lied singen oder was auch immer. Oh scheiße, dachte ich mir. War es doch durchaus möglich, dass sich nun die Gäste - also auch ich mich vorstellen sollte. Dann ergriff ein Hippie-Maori das Wort. Er begann auf Maori, was keiner Verstand. Dann erklärte er es auf Englisch, dass es ein Zitat vom ersten Maorikönig war, der ebenso Love Peace und Unity in der Gemeinschaft gepredigt hat - egal ob Schwarz oder Weiß etc. Na aber Hallo! In the beginning there was Jack - das versuche ich doch auch immer klar zu stellen.. Danach spielte er noch ein Lied auf einer Flöte. Das war sehr gut! Dann ergriffen zwei Peace Walker das Wort. Wenn man den typischen Friedenshippie als Comicfigur darstellen möchte, dann würde ich die genau so wie die beiden darstellen. Der Circle wurde grenzwertig. Sie erklärten ihren Friedenswalk und luden zum nächsten im Mai bei Vollmond ein.. Dann sangen alle Lieder mit repetetiver Songstruktur: "We are Cricles, We are Circles, without beginning and never ending" und "All we are sailing, lets give peace a chance".



Dann gab es noch das Abschlusslied mit A O I - das bedeutet auf Maori soviel wie Love, Peace und Unity. Dazu sollten sich alle erheben und dann dazu sich durch Armbewegungen ausdrücken. Das war dann doch etwas befremdlich und mir ist freiwillige Interaktion echt lieber. Lustig wars trotzdem und danach begaben sich endlich die Freaks hinter ihre Instrumente und die Party konnte starten. Alle waren begeistert und weil wir ja auch wegen der Party da waren, haben alle aus dem Hostel kräftig mitgetanzt. Seht selbst:





Dienstag taten sich nun wieder ein paar mehr Leute zusammen, um die Golden Bay hinter den 7 Bergen zu besuchen. Hatte ich doch erzählt, dass die Whawariki Beach sooo schön ist. Und weil wir hier die ganze Zeit so viel Spass hatten, bin ich auch noch mal mitgefahren. Dieses mal war Low Tide gegen 14 Uhr. Am Strand war zwar immer noch genug Platz, aber einsam konnte man diese Beach heute nicht mehr erleben. Das war mit unserer 8 Personen Reisegruppe eh ausgeschlossen und ich war froh, dass ich dieses Erlebnis schon hatte. Die Beach ist aber so groß, dass man eigentlich immer wieder kommen kann und bestimmt noch etwas Neues entdeckt. Dieses Mal war es dieses kleine Showtalent, dass hier in einem Wasserloch versteckt hinter einem Felsen auf uns wartete. Mama lag übrigens 10 Meter weiter in einer Höhle und hat geschlafen. Alle waren völlig begeistert und die kleine Robbe schien auch glücklich über etwas Gesellschaft zu sein. Nach einer Weile erinnerte ich mich daran, dass die in der Robbenshow Bälle balancieren und über Stöckchen springen. Ich machte mich auf und fand ein Stöckchen. Ach die kleine Robbe hat echt schön gespielt und ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal Showrobben trainieren würde.



Wir waren dann noch im berühmten Mussle Inn essen - das lohnt sich echt. Nicht nur, dass man dort ein wunderschönes Klo mit Trockenspühlung bewundern kann. Nein, die haben dort auch echt leckeres Bioessen, selbst hergestellte Getränke und ordentliche Musik. Abends haben wir uns erneut auf der Veranda im White Elephant zusammen getan und ich habe noch mal meine Story mit den heißen Bremsen genau erzählt. Stafan hat festgestellt, dass er seit Wochen immer eine Wolke bei sich hat. Am Whawariki Beach war doch tatsächlich ebenso eine Wolke über uns gekreist und er erzählte, es sei beim Kajak fahren ebenso gewesen. Es war so lustig, dass wir mit Tränen in den Augen vor lachen nicht mehr konnten. Ich hab hier eine gute Zeit, doch gestern sind die ersten weiter gezogen und ich werde mich nun endlich mal um Arbeit kümmern..