Montag, 21. Januar 2008

Tongario Crossing

Am 6. Januar habe ich Shambhala und die Golden Bay verlassen und bin mit Micha, Michas Freundin (wie auch immer Sie hieß) und Crazy Swiss Chris zur Nordinsel aufgebrochen. Der Fiat war polnisch beladen und zum erst Mal bescherte er mir eine gewisse Unsicherheit. Wenn nämlich der Motor auf normale Fahrtemperatur erwärmt war, dann neigte der Fiat dazu, einfach nicht mehr anzuspringen. Mal gings, mal nicht und er musste angeschoben werden. Montag um 4 a.m. sind wir dann endlich in Michas WG in Wellington angekommen. Ich hab der Stadt wiederholt nicht einmal 24 Stunden Zeit gegönnt. Wir nach dem Frühstück nur kurz ins Nationalmusem Te Papa gegangen. Nach langer Zeit easy going Golden Bay war das "größte" Museum Neuseelands für uns leider mit audiovisuellen Reizen einfach zu überladen. Ein Bild mit blauer Farbe und dieses Wellblechauto sind mir immerhin äußerst positiv in Erinnerung geblieben. Dann begann es zu regnen und Sturm gehört sowieso zu Wellington. Zack waren Chris und ich in Napier. Einmal ist mir der Fiat in Hastings mitten auf der Kreuzung abgesoffen. Nicht nur wir haben gelacht, als Chris das Kunstwerk italienischer Ingenieurskunst vom Verkehrsknotenpunkt geschoben hatte [ich muss in dieser Zeit die Kupplung treten und jene dann beim Startversuch kommen lassen].

Ashley hatte mir 2 Flaschen Wein versprochen und ich hatte auch ohne diese Ansage irgendwie Lust, noch einmal in Napier vorbei zu fahren. Das Hostel war voll gebucht und wir haben grade noch so ein stickiges Zimmer ergattert. Ashley war überfordert. Es gab keinen Parkplatz für mich, so dass ich bis 8 Uhr auf Parkplatz der Telefongesellschaft parken sollte und dann am Morgen hoffentlich einen richtigen Parkplatz finde. In dieser Nacht waren es in der Morgenkühle immer noch 22 Grad gepaart mit einer gepfefferten Luftfeuchtigkeit. Am Dienstag Morgen gegen 5 bin ich vom nachlassenden Vodka-Cola Alkoholspiegel und dem Staub in meiner Kehle erwacht. Nachdem ich meinen Durst gelöscht hatte saß ich nun ganz allein draußen und lauschte beim Sonnenaufgang leicht verkatert den Vogelzwitschern - gar nicht so schlecht. Gegen 10 hätten wir eigentlich das Zimmer wechslen sollen, jedoch hat mir der Strand und die Atmosphäre nicht wirklich gefallen. Es begann zu regnen - genügend Gründe um weiter zu fahren und nebenbei begann für Chris der Tag des Zauderns und Haderns. Was sollte er nur tun, sollte er sich noch ein Zelt kaufen und wenn welches? Er kaufte sich schließlich ein Zelt in Taupo und am Nachmittag waren wir Turangi.

Ruhetag, irgendwann muss ja auch mal Sonntag sein! Mittwoch zu Donnerstag Nacht bin ich vielleicht gegen 0.30 ins Doppelstockbett gekrochen. 6 Personen im Zimmer, kaum Platz, doppelstöckig dunkel und warm. Ich sollte eigentlich schnell einschlafen, weil uns schon um 6 Uhr der Bus zum Tongario-Crossing abholt. Ich schloss die Augen bis zum Einsetzen des donnergrollenden Schnarchens - unglaublich. Meine Entscheidung, die Nacht besser im Wohnzimmer auf der Couch zu verbringen, lies nicht lange auf sich warten. Doch da war diese 45 jährige Hamburgerin, die völlig besoffen vor ihrem Laptop hing. Der Lüfter setzte alle 30 Sekunden ein und war weithin deutlich hörbar. Na gut. Vielleicht konnte ich Sie mit einem kurzen Smalltalk doch davon überzeugen, dass Sie ja eigentlich doch schon ganz schön müde ist. So hörte ich mir bis weit nach 3 Uhr ihre Beziehungsprobleme an und vielleicht habe ich gegen 4 endlich geschlafen. 5:25 ertönte mein Wecker, Kaffee, Müsli, Bus. 7 Uhr befand ich mich bereits auf dem Weg in Richtung Vulkan. Während ich solch einen Tag doch lieber mit entspannten Tempo angehe rannte Chris zitternd vor Kälte voran. Doch der baldige Anstieg über die Devils Steps zehrte an seiner Fitness und schon bald hatte ich ihn wieder eingeholt. Inzwischen zeigte sich uns die aktive Vulkanlandschaft unter blauem Himmel und Sonnenschein. Es wurde schön warm und die Entscheidung, den 6 uhr Bus zu nehmen war gut. Ein Blick zurück offenbarte den Touristenstrom, der sich nach uns auf dem Track durchs Land schlängelte. Die finale Besteigung des Vulkans habe ich mir aufgrund der 1,5 Stunden Schlaf gespart und schon allein die schweizer Fotokunst bedurfte viele Pausen folgender Art:





war schön.

Keine Kommentare: