Mittwoch, 7. November 2007

White Elephant - Motueka

Die Details der Kjakfahrt und die Abel Tasman Wanderung lasse ich jetzt mal aus. Sehr schön, die Gegend - ist ja sowieso sehr viel Gegend hier. Ich hab nachts auf nem Hausboot übernachtet und bin dann morgens mit 3 Holländern, ner Deutschen und einer aus Norwegen durch den Nationalpark zurück gelaufen. Es war ne Kaffeefahrt und ich war abends nie irgendwie geschafft. Seekajak mit Rückenwind ist ja sooo easy und mit den Wellen hat das echt Spaß gemacht. Lustig war, dass eine Engländerin im Kajak seekrank geworden ist - dass war war auch für Laura, unserem Guide, neu :)



Montag Morgen: Die Sonne scheint, blauer Himmel überall, nur eine Wolke hält sich am Mt. Arthur, den man von unserem Hostel sehen kann. Heute macht sich eine Expedition aus dem White Elephant auf, den Gipfel des Berges zu erklimmen. Sie besteht aus Jörg dem rheinländischen Hostelinhaber, Stefan der Siemens Ingeneur aus Berlin, Ferdinand dem dresdener Ex-Auslandszivi in Australien, Gunnar der Fit4fun Journalist aus Hamburg und mir. Wir haben uns schon vorher immer sehr gut am Abend beim Bier unterhalten und sind schon sowas wie Freunde geworden. Wir waren auf raues Wetter vorbereitet, weil ja oben immer noch Schnee liegt. Das es aber so heftig kommen sollte, das konnte man sich hier in Motueka nicht vorstellen. Schließlich waren die Anderen soeben mit Schlappen und kurzer Hose zum Strand aufgebrochen. Wir fuhren mit dem Auto auf ca. 900 Meter hinauf, so dass wir schon die Hälfte der ca. 1750 Meter geschafft hatten. Am Parkplatz war immer noch schönes Wetter - nur der Wind wehte uns nun etwas kühler um die Nase und diese eine Wolke versperrte immer noch die Sicht auf den Gipfel. Wir ließen uns nicht beirren. Vorbei gings an den verschiedenen Vegetationszonen und den hier und dort aufgestellten Tierfallen. Ich lernte von Jörg, dass Oppossum und Wiesel schon fast alle Vögel erfolgreich ausgerottet haben. Es war wirklich ziemlich still im Wald. Ebenso gibt es Pflanzen wie Ginster und Weißrose (?), die hier übel wuchern und den andern Pflanzen im Tal richtig Probleme machen. Wir erreichten die Baumgrenze und mussten leider feststellen, dass die Wolke immer noch da war. Sie hatte aber nict nur Nebel für uns bereit gehalten, sondern auch Hagel und besonders heftigen Sturm. Wir legten zügig unsere gesamte Schlechtwetterkleidung an. Ebenso die Sonnenbrille, weil Hagel mit geschätzter Fluggeschwindigkeit über 100 km/h im Auge ziemlich pieckst. Der Wind wurde immer krasser. Als wir dann die ersten Schneefelder erreichten, konnte man von gehen nicht mehr sprechen. Eher stämmten wir uns gegen den Wind und kämpften uns nur noch Meter um Meter nach vorn. Es war einfach zu gefährlich und Spaß hatte es zuletzt auch nicht mehr gemacht, so dass wir 100 Meter unterhalb des Gipfels, der einfach nicht zu sehen war, wieder umkehrten., Zurück im Hostel traute ich dann meinen Augen nicht - keine Wolke und gute Sicht auf den Gipfel. Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen - Kommentar von Ferdinand.

Abends hörten wir dann von einem Peace-Festival, welches irgendwo im Motueka Valley an einem Ort namens Riverside stattfinden sollte. Peace-Festival klang doch recht vielversprechend - auf gings. Wir erreichten das Schild Riverside bei einsetzender Dämmerung und es stellte sich heraus, dass es sich hier um eine der ältesten Hippiekommunen der Gegend handelte. Die sind so buddhistisch-kommunistisch angehaucht und wahre Relikte aus vergangenen Zeiten der Friedensbewegung. Es gab erst mal Essen. Jeder hatte was mitgebracht und weil es dort kein Privateigentum gibt, war es auch frei für alle. Das Kommunenhäuschen war tiptop in Ordnung. Beleuchtung, Parket, ordentliche Wände - und drin war eine Ausstellung vergangener Aktivitäten im Kampf für den Frieden (und Sozialismus?). Es durfte auch kein Alkohol mitgebracht werden, was wir natürlich nicht wussten und gleich mal mit Wein und Bier aufwarteten. Naja, sie haben es uns nicht übel genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war dort eigentlich noch tote Hose, Eltern unterhielten sich und die Kinder sprangen in der Gegend herum. So hatte das Festival für uns erst einen Anschein eines Kommunentreffens bzw. sah es so aus wie ein offener, entspannter Elternachmittag. Dann aber entdeckte ich, wie im Häuschen so riesige Xylophone aufgebaut wurden. Musik, das könnte spannend werden - dachte ich mir. Bald ertönte ein Horn mit einer Melodie, die ungefähr einer sterbenden Giraffe glich. Alle begaben sich in den großen Raum und sollten sich nun im Kreis versammeln. Stefan wurde neben mir etwas unruhig. Dann ergriff eine ergraute Hippiebraut das Wort. Vielen Dank fürs erscheinen und bevor die Party startet könnte jetzt jeder das Wort ergreifen, der etwas der Gemeinschaft sagen möchte, ein Lied singen oder was auch immer. Oh scheiße, dachte ich mir. War es doch durchaus möglich, dass sich nun die Gäste - also auch ich mich vorstellen sollte. Dann ergriff ein Hippie-Maori das Wort. Er begann auf Maori, was keiner Verstand. Dann erklärte er es auf Englisch, dass es ein Zitat vom ersten Maorikönig war, der ebenso Love Peace und Unity in der Gemeinschaft gepredigt hat - egal ob Schwarz oder Weiß etc. Na aber Hallo! In the beginning there was Jack - das versuche ich doch auch immer klar zu stellen.. Danach spielte er noch ein Lied auf einer Flöte. Das war sehr gut! Dann ergriffen zwei Peace Walker das Wort. Wenn man den typischen Friedenshippie als Comicfigur darstellen möchte, dann würde ich die genau so wie die beiden darstellen. Der Circle wurde grenzwertig. Sie erklärten ihren Friedenswalk und luden zum nächsten im Mai bei Vollmond ein.. Dann sangen alle Lieder mit repetetiver Songstruktur: "We are Cricles, We are Circles, without beginning and never ending" und "All we are sailing, lets give peace a chance".



Dann gab es noch das Abschlusslied mit A O I - das bedeutet auf Maori soviel wie Love, Peace und Unity. Dazu sollten sich alle erheben und dann dazu sich durch Armbewegungen ausdrücken. Das war dann doch etwas befremdlich und mir ist freiwillige Interaktion echt lieber. Lustig wars trotzdem und danach begaben sich endlich die Freaks hinter ihre Instrumente und die Party konnte starten. Alle waren begeistert und weil wir ja auch wegen der Party da waren, haben alle aus dem Hostel kräftig mitgetanzt. Seht selbst:





Dienstag taten sich nun wieder ein paar mehr Leute zusammen, um die Golden Bay hinter den 7 Bergen zu besuchen. Hatte ich doch erzählt, dass die Whawariki Beach sooo schön ist. Und weil wir hier die ganze Zeit so viel Spass hatten, bin ich auch noch mal mitgefahren. Dieses mal war Low Tide gegen 14 Uhr. Am Strand war zwar immer noch genug Platz, aber einsam konnte man diese Beach heute nicht mehr erleben. Das war mit unserer 8 Personen Reisegruppe eh ausgeschlossen und ich war froh, dass ich dieses Erlebnis schon hatte. Die Beach ist aber so groß, dass man eigentlich immer wieder kommen kann und bestimmt noch etwas Neues entdeckt. Dieses Mal war es dieses kleine Showtalent, dass hier in einem Wasserloch versteckt hinter einem Felsen auf uns wartete. Mama lag übrigens 10 Meter weiter in einer Höhle und hat geschlafen. Alle waren völlig begeistert und die kleine Robbe schien auch glücklich über etwas Gesellschaft zu sein. Nach einer Weile erinnerte ich mich daran, dass die in der Robbenshow Bälle balancieren und über Stöckchen springen. Ich machte mich auf und fand ein Stöckchen. Ach die kleine Robbe hat echt schön gespielt und ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal Showrobben trainieren würde.



Wir waren dann noch im berühmten Mussle Inn essen - das lohnt sich echt. Nicht nur, dass man dort ein wunderschönes Klo mit Trockenspühlung bewundern kann. Nein, die haben dort auch echt leckeres Bioessen, selbst hergestellte Getränke und ordentliche Musik. Abends haben wir uns erneut auf der Veranda im White Elephant zusammen getan und ich habe noch mal meine Story mit den heißen Bremsen genau erzählt. Stafan hat festgestellt, dass er seit Wochen immer eine Wolke bei sich hat. Am Whawariki Beach war doch tatsächlich ebenso eine Wolke über uns gekreist und er erzählte, es sei beim Kajak fahren ebenso gewesen. Es war so lustig, dass wir mit Tränen in den Augen vor lachen nicht mehr konnten. Ich hab hier eine gute Zeit, doch gestern sind die ersten weiter gezogen und ich werde mich nun endlich mal um Arbeit kümmern..

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