Dienstag, 9. Oktober 2007

Action Double Rotorua

Momentan ist Steppo erst mal auf Erkundungstour in Rotorua und die Küche ist voller dicker Mädchen, die sich dort ungesundes Essen zubreiten. So habe ich mir eben nur ein Bier geholt und den Laptop angeworfen. Endlich ist mal wieder ein bisschen Zeit für Euch und Text für diesen Blog. Außerdem stinkt ganz Rotorua nach Schwefelwasserstoff und hat den Charme eines professionell ausgebauten und frisch sanierten Kurbades mit einem riesigen Einkaufzentrum aus Leichtmetallhütten herum. Das interessiert mich nicht die Bohne und ich frage mich wirklich, ob die Menschen hier überhaupt freiwillig wohnen. Als wir die letzten Tage so unkoordiniert den Highway 5 hin und her gefahren sind, haben wir hier wegen akutem Hunger schon mal kurz bei McDonalds angehalten. Dort entstand das Foto, wo scheinbar das ganze Kaff bei McDrive ansteht und eine Mutti ihrer jungen Tochter in ungefähr Mäxchens oder Almas Alter eine labbrige, fettige Fritte nach der anderen in das arme Mündlein schiebt. Dazu noch suggestiv fragt, dass es vorzüglich schmeckt. Kein Wunder, dass hier auffallend viele so fett sind. Pfui! Auch deshalb war es mir heute wichtig, fettarmes und Mononatriumglutamat-freies Abendbrot durchzusetzen. Es gibt frischen Snapper mit Reis und Brokoli - wenn sich das Gewusel in der Küche endlich mal gelegt hat.

Heute gabs ein Action-Doublepack für uns. Gegen 9.30 erwartete uns der Schuttle Bus an unserem Hostel, dem Funky Green Voyager. Ein paar Minuten später gings rein in die Rafting-Kluft bestehend aus Neoporenanzug, darunter ne Art Fließpulli, Raft-Gummistiefel, Rettungsweste und Helm. Ich war doch etwas skeptisch. Steppo hatte nämlich gleich eine Stufe 5-Strecke gewählt - immerhin die zweit härteste bzw. steilste Stufe die es gibt. Warum auch erst mit 3 anfangen? Mit uns war noch ein Pärchen aus Schweden mit im Boot und noch eine, deren Herkunft ich wohl verschlafen habe sowie zwei Profis. Es war eigentlich noch viel zu zeitig für Gunther. So trotte ich mit Crew, Boot und Schlaf in den Augen über eine Kuhwiese und durch mehrere Kuhgatter hinab zum Kaituna River. Zuerst die Einweisung, was wir bei diesem oder jenen Kommando zu tun hätten und was man macht, wenn das blöde Gummiboot kentert. Ich hatte die Bilder von Tini und Thomas vor Augen und konnte mich gar nicht auf diesen schnell ausgesprochenen Neuseeland-Slang konzentrieren. Kurz: ich fühlte mich mäßig vorbreitet und dachte, dass es eine 3+ Tour, wie sie Tini und Thomas gemacht haben, auch gereicht hätte. Dann alle ins Boot und nach den ersten Übungsmanövern war alles halb so wild. Und als ich mir schnell noch ein bisschen frisches Flusswasser ins Gesicht gespritzt habe war ich endlich einsatzbereit. Erster Wasserfall: Gunther ist noch ein bisschen unsicher aber langsam stellt sich Freude ein. Zweiter Wasserfall: Gunther reagiert sofort auf Kommandos und ist voll fit. Jedoch ärgere ich mich über diese Schwedin vor mir, welche nur mit einem ziemlich laschen Einsatz bei der Sache ist. Dann darf Steppo vor mir Platz nehmen. Das geht besser. Man muss doch immer zugleich paddeln und das ist ziemlich schwierig, wenn die vor mir immer aufhört. Nach diversen Stromschnellen und Platzwechseln, sitzen nun die Mädchen wieder vorn und wir machen Wasserfallsurfen (siehe Foto). Dann der große böse Wasserfall, den wir gekonnt meistern und ich bin endgültig der festen Überzeugung, dass Rafting genau mein Ding ist. Noch einmal bitte und gerne auch viel länger... Am Mittag sind wir wieder zurück im Hostel und beschließen, gleich noch das Zorbing mitzunehmen. Also wieder los und schon standen wir vor den riesigen Gummibällen. Zorb funktioniert so: Im Inneren der Bälle ist warmes Wasser und alles relativ glitschig. Man springt mit einem Kopfsprung hinein und man befindet sich in einem mit warmen Wasser befeuchteten, ziemlich glitschigen Innenraum. Dann muss man aufstehen und loslaufen, so dass der Ball mit uns drin losrollert. Dann sind Steppo und ich auch gleich hingefallen und jubelnd den Berg herunter geschlittert. Vom Gefühl her war es wie in einer weiterentwickelten Wasserrutsche. Das war lustig und völlig easy - Rafting ist jedoch wirklich viel besser!

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