Heute Morgen sind wir zeitig aufgestanden und waren am den Hot Water Pools. Das kannst du dir ungefähr so vorstellen: Am Strand steigt an einem bestimmten Punkt heißes Wasser auf, welches durch heißes Vulkangestein erwärmt wird. Der Vorteil davon ist, dass es ganz normales Meerwasser ist und es kein bisschen nach modrigen Schwefelwasserstoff oder so riecht. Wenn Flut ist, wird die Stelle vom Meer überspült. Wenn Ebbe ist, kommt ein Schar Touris mit nem Spaten angerannt und buddelt sich ein Loch. Anschließend verstehen alle so langsam das Prinzip.
Es gibt nämlich in Wirklichkeit nur zwei Quellen, in denen richtig heißes Wasser aufsteigt. Es bringt zwar auch was, wenn man ein Loch tief buddelt - dort wird dann der Sand auch schon recht warm. Besser ist es jedoch, sich eine Badewanne direkt neben dem dampfenden Bächlein zu buddeln, in dem das Hot Water ins Meer plätschert. Wir waren, wie zu erwarten war, etwas später dran als geplant und nach ein Paar Spatenstichen zur Probe, haben wir erst mal die verwaisten Pools auf ihre Wassertemperatur getestet und einen wirklich ausgezeichneten - und vor allem - fertigen Pool gefunden. So lagen wir bis halb 12 die ganze Zeit bei Sonnenschein im warmen Wasser am Strand herum. Das war wirklich schön. Als nächste Station haben wir dann Taupo im Zentrum der Nordinsel gewählt.
Also wieder in den Fiat gehüpft und ich hab erst mal richtig abgekotzt, weil das Tapedeck meine Adapterkassette ständig wieder ausgespuckt hat. So ging es dann mit Coromandel FM, Life FM & Co erst mal bis Matamata. Ich begann damit zu drohen, dass ich bei nächster Gelgenheit den Fiat wieder verkaufe. Ich weiß gar nicht ob ich es schon erwähnt habe, aber der Fiat ist eben doch nur ein Fiat. Wenn ich nämlich den Schlüssel aus dem Zündschloss ziehe, dann leuchtet immer das Standlicht. Das erstaunliche daran ist, dass dieses Problem, am Tag des Autokaufs erst gar nicht und dann nur temporär auftrat - jetzt aber so sicher ist wie Sand am Meer oder Wolken wenns regnet. Ich ziehe also nun immer die Sicherungen raus, wenn ich das Auto parke. Anfangs wars echt nervig und der Gedanke, die Karre zu verkaufen schlich sich in meinem Kopf ein. Nun geht dieser Handgriff aber ruckzuck und so störts mich nicht mehr gar so sehr. Dann will er immer mal nicht gleich anspringen, aber bisher hat er es doch immer geschafft. Egal - er fährt uns gut und ohne weitere Probleme, das ist ja das Wichtigste. Aber Fiat passt einfach nicht zu mir :) Mit dem Linksverkehr echt gut arrangiert. Das Hauptproblem beim Linksverkehr besteht übrigens nicht darin, dass man die ganze Zeit auf der falschen Seite fährt. Gut, alle zwei Tage fahre ich mal auf der falschen Seite los oder steige auf der Beifahrerseite ein.. Aber mehr Probleme hatte ich doch mit dem rechts schalten und auch rechts in den Mittelrückspiegel gucken und auch rechts umdrehen, wenn man rückwärts fährt. Aber selbst das klappt nun. Ich fahre ja auch und habe inzwischen auch 2000 km Landstraßenerfahrung. Nicht das Steppo nicht fahren könnte. Mir würde jedoch auf diesen Straßen alle paar Minuten auf dem Beifahrersitz speiübel werden oder ich müsste innerhalb kürzester Zeit Reisetabletten abhängig sein. Deshalb fahre ich und das macht auch meistens Spaß.
In Matamata war dann der erste Boxenstop. Hier habe ich erst mal wieder einen Adapterstecker gekauft, der übrigens viel teurer war als in Sydney aufm Flughafen. Dazu noch eine neue Adapterkassette (die auch fast doppelt so viel gekostet hat wie die erste - dafür aber hoffentlich länger funktioniert) und mein Prepaid-Guthaben wieder aufgeladen. Mit dem extralangen Kirk de Giorgio-Mix gings dann weiter durch eine wunderschöne Frühlingslandschaft in Richtung Taupo. Im Norden war ja eher so subtropischer Regenmischwald oder Meer, Strand und Düne. Heute erinnert mich alles irgendwie schon sehr stark an Europa. Die Pappeln tragen zarte maigrüne Knospen und die Apfelbäume tragen rosa Blüten. Dazu endlich wieder ordentliche Musik und alles war in Butter. Nach dem Sommer der absolute Frühlingsanfang - ungewohnt aber doch sehr sehr sympathisch. In Taupo haben wir uns nun wieder mit Duschbad und Shampoo ausgerüstet, so dass die Verluste nach der Endless Summer Lodge nun vollständig ersetzt sind..
Unser neues Hostel ist riesig. Es gibt eine Küche mit "Lounge" die schon fast einer Mensa gleicht. Alles ist sehr ungezwungen und man sieht viele Leute die (im Gegensatz zu sonst) so aussehen als würden sie eher weniger über den Sinn des Lebens nachdenken. Richtig scheiße ist jedoch, dass ich nach 20.30 Uhr keinen Internetzugang mehr bekomme, so dass ich weder Mails lesen noch hier neue Einträge posten kann. Wir sind doch keine Early Birds!
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