Endlich mit eigenem Auto ausgerüstet kann es nun losgehen und wir verlassen gegen Mittag Auckland in Richtung Norden. Leider haben wir es immer noch nicht geschafft, mal genauer im Reiseführer zu lesen und deshalb sind wir relativ planlos, wo es denn nun genau hingehen soll. Ich finde ja den Namen Bay of Islands sehr ansprechend und so entscheiden wir uns kurzer Hand für das Prickled Parrot Hostel in Pahia, 240 km nördlich von Auckland. Die Bay of Islands gilt als Wiege der europäischen Besiedlung und auch Captain Cook fühlte sich von der Bay of Islands angezogen und ging hier vor Anker. Leider müssen wir bei unserer Ankunft feststellen, dass wir wohl ni
cht die ganze Zeit so prächtiges Sommerwetter haben werden wie in Auckland. Nachdem wir Abends noch kurz Fisch essen waren, beginnt es zu Regnen. Und Rose, die Chefin des Hostels, meint "Sunday it always rains, no matter why." Wenns regnet, machen Erkundungstouren auf dem Wasser keinen Spaß. Deshalb entscheiden wir, weiter Richtung Norden zu fahren. Wir werden noch drauf hingewiesen, dass die Uhr in der Nacht eine Stunde nach vorn gedreht wurde - Sommerzeit in Neuseeland und ich bin noch ne Stunde mehr in der Zukunft. Vor Schreck habe ich meine Cafeteria und den Kaffee im Hostel vergessen. Auf Wiedersehen in Pahia - vielleicht um auch ne Runde mit den Delphinen zu schwimmen.
Wir halten kurz am Whangaroa Harbour und besuchen die Ninty Mile Beach. Dort kann man eigentlich mit dem Auto langfahren - aber ohne 4Wheel Drive ist mir das zu riskant. Man erzählt sich, dass immer mal wieder Autos stecken bleiben und dann nach und nach in der Flut versinken.. Unterwegs stelle ich immer mehr fest, dass Neuseeland an der Straße ungefähr wie Amerika in einem Tarrentino-Film aussieht. Motels, Kneipen mit Parkplatz am Highway, Highwaypatrol - alles wie ich es ausm Film oder vom Computerspiel kenne. Abends schlafen wir bei den Houhora Heads in einer idyllischen Bucht, einem spärlichen Zimmer mit Doppelstockbett bei Regen. Ich gehe zeitig in Bett, schlafe 4 Stunden und beginne dann mit diesem Blog. Ich hab hier zwar kein Internet, aber der Text muss ja auch geschrieben werden.
Montag , 01. Oktober
Für heute hat Stefan einen wirklich beschissenen Wetterbericht gehört. Jedoch sehe ich Sonnenschein, als ich unsere Hütte verlasse. Ich hab bei diesem Regentrommeln wirklich gut geschlafen und fühle mich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder ausgeschlafen. Was für ein gutes Gefühl. Das Wetter ist also besser als erwartet und wir brechen 10:30 Uhr zum Cape Reinga auf, der Nordspitze Neuseelands. Wir fahren durch sehr Hügeliges Weideland wo hier und dort ein paar Schafe und ein paar Kühe die Straße beobachten. Früher muss das hier alles voller Mischwald gewesen sein. Die Europäer haben jedoch alles wegen der Kauribäume abgeholzt - ganz toll! Irgendwann verwandelt sich der Highway No 1 zu einer Schotterpiste - wir sind gleich da. Die Wolken hängen tief, ras
en über die Hügel und ein wenig Regen fällt hier und dort. Als wir den Leuchtturm erreichen scheint die Sonne. Als ich jedoch das Bild für Mutti machen will, dass identisch mit ihrem Schlafzimmerbild nur mit Sohn sein soll sieht man vor Nebel den Leuchtturm nicht mehr. Mist. Cape Reinga ist laut Maori der Ort, wo die Seelen der Toten entschwinden. Wir beschließen den Ort noch ein wenig Zeit zu widmen und begeben uns auf den Trampelpfad hinab zum Ufer. War ich oben noch mit Regenjacke, Eastberlin-Trainerjacke und T-Shirt bekleidet habe ich das am Strand bis aufs Shirt reduziert. Die Sonne ballert und bringt uns ins schwitzen. Es ist noch nicht wirklich Sommer in Neuseeland, aber wirklich schlecht ist das Wetter auch nicht. Auf dem Rückweg halten wir noch am Nordende der Ninty Mile Beach mit der Riesendüne. Wir wollten eigentlich Dünensurfen machen. Leider lässt sich nix finden, wo man so ein Surfbrett leihen kann. Die Verleiher sind wohl bei dem Wetterbericht lieber fischen gegangen..
Auf dem Rückweg finde ich in Kaitaia endlich eine Adapterkassette, so dass wir nun endlich MP3s im Auto hören können. Meine Freude ist unterschwellig aber dennoch riesig. Bye bye 90.0 Northland, The Rock. Heute Abend sind wir in Ahipara in der Endless Summer Lodge eingekehrt, ein sehr schönes Hostel welches direkt am Strand liegt. Wir wollen hier bis übermorgen bleiben, entspannen, Wäsche waschen, uns morgen Quads leihen und durch die Gegend crossen. Wenn wir die Tour mitmachen, dann nehmen wir uns dieses Mal die Ninety Mile Beach richtig vor. Ich freu mich drauf.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen